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Gastronomie-Finanzierung: Wie du dein Café, Restaurant oder deinen Imbiss finanzierst

Stand:

Die meisten Gastro-Gründungen werden aus drei Quellen finanziert: eigenem Geld, einem Förderkredit über die Hausbank und, wer aus der Arbeitslosigkeit gründet, dem Gründungszuschuss der Arbeitsagentur. Der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW reicht bis 200.000 Euro, verlangt kein Eigenkapital und nimmt der Bank 80 Prozent des Risikos ab; der Gründungszuschuss nach § 93 SGB III zahlt sechs Monate dein bisheriges Arbeitslosengeld plus 300 Euro. Dazu kommen die Förder- und Bürgschaftsbanken deines Bundeslandes, Brauereidarlehen gegen Bezugsbindung und Leasing für Küche und Fahrzeug. Was davon zu dir passt, entscheidet dein Kapitalbedarfsplan, und der steht am Anfang.

Solltest du deine Eröffnung überhaupt finanzieren?

Nicht unbedingt. Ein Kredit ist kein Bestandteil einer Gründung, sondern eine Entscheidung, und für viele erste Betriebe ist die bessere Entscheidung, ohne ihn anzufangen: einen bestehenden Betrieb mit Einrichtung übernehmen, klein eröffnen (Soft Opening mit kurzer Karte und wenigen Öffnungstagen) und erst dann investieren, wenn die ersten Monate zeigen, was die Gäste tatsächlich kaufen.

Was ein Kredit jeden Monat kostet

Beispielrechnung, Annahme: 50.000 € Kredit, 6 % Zinsen pro Jahr, Laufzeit fünf Jahre, gleichbleibende Rate. Die Zinsen sind kein Angebot, sondern eine Rechengröße; deine Bank nennt dir ihren Satz.

PostenBetrag
Monatliche Rate (Zins und Tilgung)rund 967 €
Rückzahlung über fünf Jahre gesamtrund 58.000 €
Davon Zinsenrund 8.000 €

Die Rate muss aus dem Betriebsergebnis kommen, und zwar nach deinem eigenen Lebensunterhalt, denn in der BWA stehen weder dein Unternehmerlohn noch die Tilgung. Ein Café, das 4.000 € Betriebsergebnis macht und davon 967 € an die Bank und 2.500 € an dich zahlt, hat 500 € Luft im Monat. Ein schwacher Februar frisst das. Rechne die Rate deshalb gegen deinen schwächsten Monat, nicht gegen den Durchschnitt.

Wer haftet, wenn es nicht läuft

Als Einzelunternehmer gibt es keine Trennung zwischen Betrieb und Privatvermögen; für die Schulden des Betriebs stehst du mit allem ein, was dir gehört. Bei einer GmbH haftet den Gläubigern nur das Gesellschaftsvermögen (§ 13 Abs. 2 GmbHG). Frag bei einem Kreditgespräch ausdrücklich, ob die Bank zusätzlich eine persönliche Bürgschaft von dir verlangt, denn dann hilft dir die Rechtsform beim Kredit nicht. Welche Rechtsform zu dir passt, klärst du vor der Gewerbeanmeldung, nicht nach dem Kredit.

Eigenkapital zuerst

Als Annahme, nicht als Regel: Plane so, dass du die Eröffnung und drei Monate Fixkosten (Miete, Energie, Versicherungen, Personal) aus eigenem Geld tragen kannst, bevor du über einen Kredit nachdenkst. Was dann noch fehlt, ist der Betrag, über den du mit der Bank sprichst; der Rest ist dein Spielraum für den ersten schlechten Monat. Eigenkapital ist dabei nicht nur Bargeld: gebrauchte Einrichtung, die du schon hast, eine übernommene Küche, ein Mietvertrag mit mietfreier Anlaufzeit senken den Betrag, den du brauchst.

Wenn ein Kredit nach dieser Rechnung trotzdem nötig ist, prüfe zuerst die Förderkredite. Die Programme und ihre Bedingungen stehen weiter unten auf dieser Seite.

Wie viel Kapital brauchst du für eine Gastronomie-Gründung?

So viel, wie dein Kapitalbedarfsplan ergibt: Investitionen plus Gründungskosten plus die laufenden Kosten der Anlaufphase plus dein privater Lebensunterhalt plus eine Reserve. Das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums rät, die Anlaufphase mit vier bis sechs Monaten zu rechnen, und warnt ausdrücklich davor, dass viele Gründer zu knapp kalkulieren.

PostenWas dazugehörtHinweis
GründungskostenBeratung, Notar, Gebühren für Anmeldungen und GenehmigungenSiehe Gewerbeanmeldung und Gaststättenerlaubnis
InvestitionenKüche, Kühlung, Theke, Mobiliar, Kasse mit TSE, Fahrzeug, Umbau der RäumeEinmalig, oft der größte Block
Betriebsmittel der AnlaufphaseMiete, Waren, Personal, Versicherungen, Energie, MarketingFür vier bis sechs Monate vorfinanzieren, oder bis der Betrieb seine Kosten trägt
Privater LebensunterhaltAlle monatlichen privaten Ausgaben als UnternehmerlohnGehört in den Plan, auch wenn du ihn anfangs nicht entnimmst
ReservePuffer für UnvorhergesehenesDie Gründerplattform empfiehlt Rücklagen für mindestens drei bis sechs Monate

Für den Eigenkapitalanteil nennt das Existenzgründungsportal eine Richtgröße: Der Anteil am Gesamtkapital „sollte möglichst nicht unter 20 Prozent liegen, eher darüber“. Als Eigenkapital zählen Ersparnisse, Sachwerte wie Geräte oder ein Fahrzeug, die dauerhaft dem Betrieb dienen, und Einlagen von Partnern. Für Banken ist Eigenkapital die „Messlatte für die Ernsthaftigkeit eines Vorhabens“. Wer weniger hat, ist nicht raus, denn das KfW-StartGeld kommt ausdrücklich ohne Eigenkapital aus, aber die Bank wird den Plan genauer prüfen.

Eine Beispielrechnung mit Beträgen findest du bewusst nicht hier: Die Spanne zwischen einem Kiosk-Café und einem Restaurant mit 80 Plätzen ist zu groß, als dass eine Zahl dir helfen würde. Angebote von Küchenbauer, Vermieter und Kassenanbieter sind die einzigen belastbaren Zahlen; welche Steuern und Abgaben dazu kommen, steht unter Steuern bei der Gastro-Gründung.

Welche KfW-Kredite gibt es für Gastro-Gründer?

Drei Programme der KfW kommen für eine Gastronomie-Gründung in Frage: der ERP-Gründerkredit StartGeld (067) bis 200.000 Euro ohne Eigenkapital, der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) bis 500.000 Euro mit Garantie der Bürgschaftsbank und der ERP-Förderkredit KMU (365, 366) für größere Vorhaben. Alle drei beantragst du nicht bei der KfW, sondern bei deiner Bank oder Sparkasse, und zwar bevor du mit dem Vorhaben beginnst.

ProgrammFür wenKreditbetragRisiko für die BankLaufzeit
ERP-Gründerkredit StartGeld (067)Gründer, Nachfolger und Unternehmen bis fünf Jahre nach Start, Haupt- oder NebenerwerbBis 200.000 Euro, davon bis 80.000 Euro Betriebsmittel; mehrfache Beantragung bis zum Höchstbetrag möglichKfW übernimmt 80 Prozent des KreditrisikosBis 5 Jahre mit bis zu 1 tilgungsfreien Jahr oder bis 10 Jahre mit bis zu 2 tilgungsfreien Jahren
ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077)Gründer, Nachfolger und Jungunternehmer, die weniger als fünf Jahre geschäftstätig sindBis 500.000 Euro je Antragsteller, höchstens 35 Prozent der förderfähigen KostenEine Bürgschaftsbank übernimmt eine 100-prozentige Garantie10 Jahre mit 2 oder 15 Jahre mit 5 tilgungsfreien Jahren
ERP-Förderkredit KMU (365, 366)Kleine und mittlere Unternehmen und Gründer; Unternehmen jünger als fünf Jahre bekommen SonderkonditionenBis 25 Millionen Euro, bei Haftungsfreistellung bis 7,5 Millionen Euro für BetriebsmittelOptional 50 Prozent Haftungsfreistellung, aber erst mit zwei vollständigen GeschäftsjahrenInvestitionen bis 20 Jahre mit bis zu 3 tilgungsfreien Jahren, Betriebsmittel bis 5 Jahre

Für ein Café, eine Eisdiele oder einen Imbiss ist das StartGeld fast immer das passende Programm. Es finanziert Investitionen wie Geräte, Umbau und Fahrzeug ebenso wie Betriebsmittel, darunter Löhne, Miete, Marketing und Leasingkosten, und es gibt keinen Mindestbetrag. Die Haftungsfreistellung bedeutet: Fällt der Kredit aus, trägt deine Bank nur 20 Prozent des Verlusts. Genau deshalb sagen Banken bei StartGeld-Anträgen eher Ja als bei einem normalen Kredit.

Den Zinssatz findest du hier bewusst nicht. Er hängt von deiner Bonität und den Sicherheiten ab und ändert sich laufend; der aktuelle Satz steht auf der jeweiligen Produktseite der KfW. Zwei Regeln gelten für alle drei Programme: Stell den Antrag, bevor du Verträge unterschreibst oder Geräte kaufst, und plane Zeit für die Prüfung durch Bank und KfW ein.

Bekommst du den Gründungszuschuss nach § 93 SGB III?

Den Gründungszuschuss kannst du bekommen, wenn du Arbeitslosengeld beziehst, bei Aufnahme der Selbständigkeit noch mindestens 150 Tage Anspruch übrig hast und der Arbeitsagentur die Tragfähigkeit deines Vorhabens mit der Stellungnahme einer fachkundigen Stelle nachweist. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht: § 93 Abs. 1 SGB III sagt „können“, die Agentur entscheidet nach Ermessen.

VoraussetzungWas genauNorm
Arbeitslosigkeit wird durch hauptberufliche Selbständigkeit beendetNebenerwerb reicht nicht§ 93 Abs. 1 SGB III
Restanspruch auf ArbeitslosengeldMindestens 150 Tage bei Aufnahme der Selbständigkeit§ 93 Abs. 2 Nr. 1 SGB III
Tragfähigkeit nachgewiesenStellungnahme einer fachkundigen Stelle: IHK, Handwerkskammer, berufsständische Kammer, Fachverband oder Kreditinstitut§ 93 Abs. 2 Nr. 2 und Satz 2 SGB III
Kenntnisse und Fähigkeiten dargelegtZum Beispiel Ausbildung oder Berufserfahrung in der Gastronomie§ 93 Abs. 2 Nr. 3 SGB III
Kein AusschlussKein Ruhen des Anspruchs nach §§ 156 bis 159 SGB III, keine Förderung in den letzten 24 Monaten, Regelaltersrente nicht erreicht§ 93 Abs. 3 bis 5 SGB III

Die Höhe regelt § 94 SGB III in zwei Phasen:

PhaseDauerBetrag
Erste Phase6 MonateDein zuletzt bezogenes Arbeitslosengeld plus 300 Euro im Monat
Zweite Phase9 weitere Monate300 Euro im Monat, wenn du deine Geschäftstätigkeit nachweist

Die Tragfähigkeitsbescheinigung bekommst du nur mit einem Businessplan samt Kapitalbedarfs- und Rentabilitätsplan, also mit demselben Material, das deine Bank sehen will. Wer die 150-Tage-Grenze reißt, weil die Gewerbeanmeldung zu spät kommt, verliert den Zuschuss komplett; plane den Starttermin deshalb rückwärts von deinem Restanspruch.

Wer Bürgergeld bezieht, fällt nicht unter § 93 SGB III. Für diese Fälle gibt es das Einstiegsgeld nach § 16b SGB II, ebenfalls eine Ermessensleistung des Jobcenters, für höchstens 24 Monate.

Was bieten die Förderbanken der Länder und die Bürgschaftsbanken?

Jedes Bundesland hat eine eigene Förderbank mit Gründungsprogrammen, und in jedem Land gibt es eine Bürgschaftsbank, die bis zu 80 Prozent des Ausfallrisikos eines Kredits übernimmt, wenn dir Sicherheiten fehlen. Beides läuft wie bei der KfW über deine Hausbank.

BundeslandFörderbank
Baden-WürttembergL-Bank
BayernLfA Förderbank Bayern
BerlinInvestitionsbank Berlin (IBB)
BrandenburgInvestitionsbank des Landes Brandenburg (ILB)
BremenBremer Aufbau-Bank (BAB)
HamburgHamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg)
HessenWirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank)
Mecklenburg-VorpommernLandesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI-MV)
NiedersachsenInvestitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank)
Nordrhein-WestfalenNRW.BANK
Rheinland-PfalzInvestitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB)
SaarlandSaarländische Investitionskreditbank (SIKB)
SachsenSächsische Aufbaubank (SAB)
Sachsen-AnhaltInvestitionsbank Sachsen-Anhalt
Schleswig-HolsteinInvestitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH)
ThüringenThüringer Aufbaubank (TAB)

Die Programme der Landesbanken heißen überall anders und wechseln; welche Gründerkredite, Mikrodarlehen oder Zuschüsse dein Land gerade anbietet, steht nur auf der Seite der jeweiligen Bank. Frag deine Hausbank gezielt danach, denn viele Berater greifen reflexhaft zur KfW und lassen das Landesprogramm liegen.

Die Bürgschaftsbanken sind die Antwort auf das häufigste Problem von Gastro-Gründern: kein Eigenheim, keine Sicherheiten. Nach der Förderdatenbank des Bundes decken ihre Bürgschaften „höchstens 80 Prozent des Ausfallrisikos“ ab, die Hausbank muss ein Eigenrisiko von mindestens 20 Prozent behalten, und Bürgschaften bis 2 Millionen Euro „sind in der Regel über die Hausbank zu stellen“. Für die Bank wird dein Kredit damit zu einem weitgehend besicherten Geschäft. Das ist auch der Mechanismus hinter dem KfW-Programm 077, bei dem die Bürgschaftsbank die volle Garantie übernimmt.

Lohnt sich ein Brauereidarlehen mit Bezugsbindung?

Ein Brauereidarlehen ist Geld oder Ausstattung von einer Brauerei oder einem Getränkefachgroßhändler gegen die Verpflichtung, über eine feste Laufzeit deren Getränke abzunehmen, oft mit Mindestmenge. Es kann die Finanzierungslücke schließen, die Bank und Eigenkapital lassen, und es kostet dich dafür die Freiheit beim Einkauf.

Was du bekommst

  • Ein Darlehen, einen Einrichtungszuschuss oder gestellte Ausstattung wie Schankanlage, Kühlung, Mobiliar oder Sonnenschirme, ohne Bankprüfung und meist ohne Sicherheiten.
  • Einen Partner, der die Gastronomie kennt und oft auch bei Standortsuche oder Werbemitteln hilft.

Was du gibst

  • Bezugsbindung: Du beziehst Bier und meist auch alkoholfreie Getränke über die Laufzeit nur von diesem Lieferanten, zu dessen Preisen. Die Marge auf Getränke, in der Gastronomie einer der besten Posten, verhandelst du also nicht mehr frei.
  • Mindestabnahme: Läuft der Laden schlechter als geplant, bleibt die Menge trotzdem Vertrag. Prüfe, was bei Unterschreitung passiert (Nachzahlung, Verzinsung, Kündigung).
  • Bindung über dich hinaus: Viele Verträge gelten für die Räume oder gehen auf Nachfolger und Pächter über, was einen späteren Verkauf des Betriebs erschwert.
  • Rückzahlung bei Ausstieg: Wer vorzeitig wechselt, zahlt das Darlehen zurück, oft plus Ausgleich für die entgangene Abnahme.

Dasselbe Modell gibt es bei Kaffeeröstern und Eislieferanten, die Maschinen gegen Bezug stellen. Rechne das Angebot immer durch: Der günstige Kredit kann durch höhere Getränkepreise über die Laufzeit teurer werden als ein Bankkredit mit freiem Einkauf. Laufzeit, Mindestmenge, Preisanpassungsklauseln und die Übergangsregelung bei Betriebsaufgabe sind Verhandlungssache; lass den Vertrag vor der Unterschrift von einem Anwalt oder der IHK prüfen und trag die gebundenen Wareneinsatzkosten in deinen Rentabilitätsplan ein, nicht nur das Darlehen in den Finanzierungsplan.

Wann ist Leasing für Küche, Kühlung oder Fahrzeug sinnvoll?

Leasing ersetzt den Kaufpreis durch eine monatliche Rate: Du nutzt das Gerät oder Fahrzeug, Eigentümer bleibt der Leasinggeber. Das schont Eigenkapital und Kreditrahmen in der Anlaufphase, und die Raten gehören als laufende Kosten in deinen Betriebsmittelplan.

Sinnvoll ist Leasing vor allem bei Dingen, die schnell altern oder regelmäßig gewartet werden müssen, etwa Kaffeevollautomaten, Kassensysteme oder ein Lieferfahrzeug, und wenn du den Kreditrahmen für Umbau und Anlaufphase frei halten willst. Weniger sinnvoll ist es bei langlebiger Grundausstattung wie Edelstahl-Arbeitstischen oder Theke, die du nach der Laufzeit ohnehin behalten willst; hier ist Kauf, auch gebraucht, meist der günstigere Weg.

Drei Dinge solltest du vor jedem Leasingvertrag klären:

  • Gesamtkosten: Addiere alle Raten plus Restwert oder Rückgabekosten und vergleiche mit dem Kaufpreis. Leasing bezahlt Komfort und Liquidität, nicht weniger Geld.
  • Laufzeit: Der Vertrag läuft weiter, auch wenn der Betrieb schließt oder das Gerät nicht mehr passt. Kurze Laufzeiten kosten höhere Raten, lange binden dich.
  • Wartung und Versicherung: Wer trägt Reparaturen, wer versichert gegen Diebstahl und Schaden? Bei Vollservice-Verträgen ist das drin, bei reinen Finanzierungsleasings nicht.

Leasingkosten kannst du übrigens mit dem KfW-StartGeld mitfinanzieren; die KfW zählt sie ausdrücklich zu den förderfähigen Betriebsmitteln. Wenn du also ohnehin einen Förderkredit aufnimmst, lohnt der Vergleich, ob du das Gerät nicht gleich kaufst.

Wie überzeugst du die Hausbank mit deinem Businessplan?

Mit einem Businessplan, dessen Zahlenteil zusammenpasst: Kapitalbedarfsplan, Finanzierungsplan, Rentabilitätsvorschau und Liquiditätsplan für mindestens die ersten zwölf Monate. Die Bank prüft weniger deine Idee als die Frage, ob du nach der Anlaufphase Zins und Tilgung aus dem laufenden Geschäft bezahlen kannst.

  1. Kapitalbedarfsplan mit den fünf Posten aus dem ersten Abschnitt, belegt durch Angebote statt Schätzungen.
  2. Finanzierungsplan, der den Bedarf deckt: Eigenkapital, Förderkredit, gegebenenfalls Bürgschaft, Gründungszuschuss für den Lebensunterhalt, Brauereidarlehen oder Leasing. Jede Zeile des Bedarfs braucht eine Quelle.
  3. Rentabilitätsvorschau für drei Jahre: Umsatz aus Plätzen, Öffnungstagen, durchschnittlichem Bon und Auslastung; dagegen Wareneinsatz, Personal, Miete, Energie, Abschreibungen, Zinsen. Die Gründerplattform empfiehlt, Einnahmen und Ausgaben für jeden Monat einzeln zu kalkulieren.
  4. Liquiditätsplan monatsweise, weil die Gastronomie saisonal schwankt: Eine Eisdiele verdient im Juli, zahlt aber im Januar Miete. Mit welchen Konstellationen die Minijob-Grenze und der Mindestlohn deine Personalkosten treiben, steht unter Minijob-Grenze und Mindestlohn-Dokumentation.
  5. Sicherheiten und Eigenkapital offenlegen. Nach dem Existenzgründungsportal hängt der Zinssatz von deinen wirtschaftlichen Verhältnissen und „der Werthaltigkeit der Sicherheiten“ ab; wer wenig hat, nennt die Bürgschaftsbank gleich im Antrag.

Die Personalkosten sind in der Gastronomie der Posten, bei dem Plan und Wirklichkeit am weitesten auseinanderlaufen; wie du sie realistisch ansetzt und später im Griff behältst, liest du unter Personalkosten in der Gastronomie senken. Eine digitale Stempeluhr wie Gastronario liefert dir nach dem Start die Ist-Stunden je Mitarbeiter, die du Monat für Monat gegen deinen Plan hältst.

Schick den Plan nicht nur an eine Bank. Hausbanken bewerten Gastronomie sehr unterschiedlich, und die Tragfähigkeitsbescheinigung der IHK für den Gründungszuschuss ist zugleich ein Argument im Bankgespräch. Alle Schritte vor der Eröffnung in der richtigen Reihenfolge findest du in der Gründer-Checkliste.

Häufige Fragen

Bekomme ich einen KfW-Kredit ohne Eigenkapital für mein Café?
Ja, der ERP-Gründerkredit StartGeld (067) der KfW verlangt ausdrücklich kein Eigenkapital. Er reicht bis 200.000 Euro, davon bis 80.000 Euro für Betriebsmittel, und die KfW übernimmt 80 Prozent des Kreditrisikos deiner Bank. Beantragt wird er bei deiner Bank oder Sparkasse, bevor du mit dem Vorhaben beginnst. Ohne Eigenkapital prüft die Bank deinen Businessplan allerdings strenger, und das Existenzgründungsportal des Bundes empfiehlt grundsätzlich einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent.
Kann ich den Gründungszuschuss und einen KfW-Kredit kombinieren?
Ja. Der Gründungszuschuss sichert nach § 93 SGB III deinen Lebensunterhalt und deine soziale Sicherung in der Zeit nach der Gründung, der Kredit finanziert Investitionen und Betriebsmittel. Die Ausschlussgründe in § 93 Abs. 3 bis 5 SGB III betreffen ruhende Ansprüche, eine Förderung in den letzten 24 Monaten und das Erreichen der Regelaltersgrenze, nicht die Aufnahme eines Kredits. In der Praxis stellst du mit demselben Businessplan beide Anträge: die Tragfähigkeitsbescheinigung bei IHK oder Bank und den Kreditantrag bei der Hausbank.
Wie lange vor der Eröffnung muss ich den Gründungszuschuss beantragen?
Entscheidend ist nicht ein Antragsdatum, sondern dein Restanspruch: Bei Aufnahme der Selbständigkeit musst du nach § 93 Abs. 2 Nr. 1 SGB III noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Rechne also von deinem Restanspruch rückwärts und lege Gewerbeanmeldung und Start so, dass die Grenze nicht unterschritten wird. Vorher brauchst du die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle zur Tragfähigkeit, also einen fertigen Businessplan; plane dafür mehrere Wochen ein.
Was ist ein Brauereidarlehen und was ist der Haken?
Ein Brauereidarlehen ist ein Kredit, ein Zuschuss oder gestellte Ausstattung von einer Brauerei oder einem Getränkegroßhändler gegen die Verpflichtung, über eine feste Laufzeit deren Getränke abzunehmen, meist mit Mindestmenge. Der Haken ist die Bezugsbindung: Du kaufst Getränke zu den Preisen des Lieferanten, haftest für die Mindestmenge auch bei schwachem Umsatz, und bei vorzeitigem Ausstieg wird das Darlehen fällig. Rechne die höheren Einkaufspreise über die gesamte Laufzeit gegen einen Bankkredit und lass den Vertrag vor der Unterschrift prüfen.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Restaurant?
Eine gesetzliche Mindestquote gibt es nicht. Das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums empfiehlt, dass der Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital möglichst nicht unter 20 Prozent liegt, eher darüber. Dazu zählen Ersparnisse, Sachwerte wie Geräte oder ein Fahrzeug, die dauerhaft dem Betrieb dienen, und Einlagen von Partnern. Fehlt dir das, hilft die Kombination aus KfW-StartGeld, das kein Eigenkapital verlangt, und einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank deines Landes, die bis zu 80 Prozent des Ausfallrisikos deckt.
Was ist der Unterschied zwischen KfW und Landesförderbank?
Die KfW ist die Förderbank des Bundes, ihre Programme wie das StartGeld gelten bundesweit. Jedes Bundesland hat zusätzlich eine eigene Förderbank, etwa die NRW.BANK, die L-Bank in Baden-Württemberg oder die LfA Förderbank Bayern, mit eigenen Gründerkrediten, Mikrodarlehen oder Zuschüssen, die sich je Land unterscheiden und wechseln. Beide Wege laufen über deine Hausbank, und beide lassen sich kombinieren. Die Bürgschaftsbank deines Landes kann Kredite beider Förderbanken absichern.
Kann ich aus dem Bürgergeld heraus ein Café gründen?
Ja, aber nicht mit dem Gründungszuschuss, denn der setzt nach § 93 SGB III einen Anspruch auf Arbeitslosengeld voraus. Für Bürgergeld-Empfänger gibt es das Einstiegsgeld nach § 16b SGB II: eine Ermessensleistung des Jobcenters zur Überwindung von Hilfebedürftigkeit bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit, die zur Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt erforderlich sein muss und höchstens 24 Monate gezahlt wird. Sprich vor der Gewerbeanmeldung mit deinem Jobcenter, weil die Leistung an die Aufnahme der Tätigkeit anknüpft.
Wo beantrage ich eine Bürgschaft für meinen Gastro-Kredit?
Bei deiner Hausbank, nicht bei der Bürgschaftsbank selbst: Nach der Förderdatenbank des Bundes sind Anträge auf Bürgschaften der Bürgschaftsbanken bis 2 Millionen Euro in der Regel über die Hausbank zu stellen. Die Bürgschaft deckt höchstens 80 Prozent des Ausfallrisikos, die Bank behält mindestens 20 Prozent Eigenrisiko. Sag im Bankgespräch gleich, dass dir Sicherheiten fehlen und du die Bürgschaftsbank einbinden willst, dann plant der Berater sie von Anfang an mit ein.

Quellen

Stand: Oktober 2026 · Verantwortlich: Rico Klatte

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