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Welche Arbeitszeitgesetz-Regeln Gastronario prüft — und welche nicht

Gastronario warnt im Schichtplan bei fünf Konstellationen — und schweigt bei anderen, die das Arbeitszeitgesetz ebenfalls kennt. Beide Listen stehen hier vollständig.

Worauf sich die Prüfung bezieht

Geprüft wird der Schichtplan, nicht die gestempelte Zeit. Die Warnungen erscheinen an der Schicht, wenn du planst — und sie blockieren nichts. Du kannst jede Schicht trotz Warnung speichern; die App sagt, was auffällt, sie entscheidet nicht. Beim Schichttausch laufen dieselben Prüfungen für den Übernehmer, bevor du die Übernahme freigibst.

Was geprüft wird

  • Der Mitarbeiter ist an dem Tag abwesend — ein genehmigter Urlaub oder eine Krankmeldung, die nach der Planung dazukam.
  • Schicht über zehn Stunden (§ 3 ArbZG): „Schicht über 10h (11.5h)“.
  • Doppelt eingeplant am selben Tag, wenn sich zwei Schichten überschneiden — auch über Mitternacht hinweg richtig gerechnet.
  • Ruhezeit unter elf Stunden (§ 5 ArbZG), in beide Richtungen geprüft: „Ruhezeit < 11h (nur 9.0h nach Vortagsschicht)“ und dasselbe für die Folgetagsschicht.
  • Wochenstunden über 48 (§ 3 ArbZG): „Woche über 48h (52.0h — Ausgleich im 6-Monats-Schnitt nötig)“.

Was NICHT geprüft wird

Diese Liste ist der eigentliche Wert dieses Artikels. Keine der folgenden Regeln erzeugt eine Warnung:

  • Pausen (§ 4 ArbZG). Die App rechnet die Pflichtpause (30 Minuten ab sechs, 45 ab neun Stunden) und zieht sie ab — aber eine Schicht ohne geplante Pause löst keine Warnung aus.
  • Die 15 freien Sonntage im Jahr (§ 11 Abs. 1 ArbZG). Es gibt keinen Zähler dafür.
  • Der Ersatzruhetag nach Sonntagsarbeit (zwei Wochen) und nach Feiertagsarbeit (acht Wochen), § 11 Abs. 3 ArbZG.
  • Feiertagsarbeit selbst (§ 9 ArbZG) — ein Feiertag erzeugt keine Warnung.
  • Nachtarbeit (§ 6 ArbZG, 23:00 bis 06:00 Uhr) und die daran hängenden Schutzmaßnahmen.
  • Der Ausgleich im Halbjahresschnitt. Die App meldet den einzelnen Ausreißer, sie führt kein Ausgleichskonto über sechs Monate.

Zwei Feinheiten, die zu Rückfragen führen

Die Ruhezeit-Warnung greift bereits unter elf Stunden. Die Gastronomie darf nach § 5 Abs. 2 ArbZG auf zehn Stunden verkürzen, wenn innerhalb von vier Wochen auf zwölf Stunden ausgeglichen wird — die App kennt diesen Ausgleich nicht und warnt deshalb früher, als es sein müsste. Eine Warnung kann also an einem völlig zulässigen Plan stehen. Die 48-Stunden-Warnung gilt nur für Volljährige. Bei Minderjährigen tritt an ihre Stelle die strengere 40-Stunden-Grenze aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz; dazu gibt es einen eigenen Artikel.

Was daraus folgt

Eine leere Warnliste heißt: keine der fünf geprüften Regeln ist verletzt. Sie heißt nicht, dass der Plan arbeitszeitrechtlich in Ordnung ist. Die ungeprüften Punkte bleiben deine Aufgabe — besonders die freien Sonntage und die Ersatzruhetage, weil sie sich über Monate aufbauen und in keiner einzelnen Schicht sichtbar werden. Wenn dein Plan regelmäßig an diese Grenzen stößt, ist das ein Fall für arbeitsrechtliche Beratung, nicht für eine Software-Einstellung.

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