Ein Catering führen: Kennzahlen, Jahr, Personal, Ware und Kasse
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Kurzantwort
Ein Catering führst du über drei Zahlen je Event, nicht je Monat: Wareneinsatz, Personalkosten und Umsatz je Personalstunde, jeweils inklusive Fahrt, Aufbau, Abbau und Spülen. Der Markt dafür ist 2025 nominal um 4,6 Prozent gewachsen, real nur um 0,3 Prozent; die Nahrungsmittelpreise lagen im April 2026 um 29,3 Prozent über Januar 2022, ebenso wie die Preise für Gaststättendienstleistungen (DEHOGA-Zahlenspiegel I/2026). Beim Personal entscheidet die Mischung aus festem Kern, Minijobbern unter der Grenze von 603 € und kurzfristig Beschäftigten für die Spitzen; die Kühlkette braucht ein Protokoll vom Kühlhaus bis zum Buffet, und wer Bargeld nimmt, braucht eine Kasse mit TSE.
Welche Kennzahlen zählen im Catering?
Wareneinsatzquote, Personalkostenquote und Umsatz je Personalstunde, und zwar je Event berechnet, weil ein Catering kein Tagesgeschäft hat, über das sich Ausreißer glätten. Der DEHOGA-Zahlenspiegel nennt für Caterer Umsatz- und Beschäftigtenzahlen, keine Kostenquoten. Deshalb hier die Rechenwege und die Branchenzahlen, die es gibt.
Wie berechne ich die drei Kennzahlen?
| Kennzahl | Formel | Was beim Catering oft vergessen wird |
|---|---|---|
| Wareneinsatzquote | Wareneinsatz netto geteilt durch Nettoumsatz des Events | Überproduktion und Rücklauf, der nicht mehr verwendbar ist; Einweg- und Mietgeschirr gehören in einen eigenen Posten |
| Personalkostenquote | Lohn plus Arbeitgeberanteile plus Pauschalabgaben geteilt durch Nettoumsatz | Beladen, Fahrt, Aufbau, Abbau, Rückfahrt und Spülen am nächsten Tag; die Stunden am Buffet sind oft weniger als die Hälfte |
| Umsatz je Personalstunde | Nettoumsatz des Events geteilt durch alle Personalstunden des Events | Dieselben unsichtbaren Stunden; nur mit Zeiterfassung je Schicht ehrlich zu rechnen |
| Deckungsbeitrag je Event | Nettoumsatz minus Ware minus Eventpersonal minus Fahrzeug, Miete, Verbrauchsmaterial | Zeigt, welche Eventtypen sich lohnen und welche nur Umsatz machen |
Rechne die Quoten nach jedem Event und einmal im Monat kumuliert. Wenn die Stunden je Schicht sauber erfasst sind, liefert der CSV-Export aus Gastronario die Personalstunden je Event; die Ware kommt aus den Lieferscheinen, die du der Einkaufsliste zuordnest.
Welche Branchenzahlen gibt es?
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Umsatz Caterer und sonstige Verpflegungsdienstleistungen, Januar bis Dezember 2025 | nominal +4,6 Prozent, real +0,3 Prozent gegenüber 2024 | DEHOGA-Zahlenspiegel I/2026 nach Statistischem Bundesamt |
| Umsatz Caterer, 1. Quartal 2026 | nominal +1,4 Prozent, real minus 3,3 Prozent gegenüber Vorjahr | DEHOGA-Zahlenspiegel I/2026 |
| Umsatz Caterer 2025 gegenüber 2019 | nominal +18,9 Prozent, real minus 11,6 Prozent | DEHOGA-Zahlenspiegel I/2026 |
| Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bei Caterern, 30. September 2025 | 183.275 | Bundesagentur für Arbeit, zitiert im DEHOGA-Zahlenspiegel I/2026 |
| Geringfügig Beschäftigte bei Caterern, 30. September 2025 | 133.173 (+5,9 Prozent gegenüber 2019) | ebenda |
| Umsatzsteuerpflichtige Caterer und Erbringer sonstiger Verpflegungsdienstleistungen 2024 | 12.402 Unternehmen (2019: 13.882) | Umsatzsteuerstatistik, zitiert im DEHOGA-Zahlenspiegel I/2026 |
| Nahrungsmittelpreise April 2026 gegenüber Januar 2022 | +29,3 Prozent | Verbraucherpreisindex, zitiert im DEHOGA-Zahlenspiegel I/2026 |
| Preise für Gaststättendienstleistungen April 2026 gegenüber Januar 2022 | +29,3 Prozent (Verbraucherpreisindex gesamt: +19,0 Prozent) | Verbraucherpreisindex, zitiert im DEHOGA-Zahlenspiegel I/2026 |
| Arbeitskosten im Gastgewerbe, 4. Quartal 2025 gegenüber 1. Quartal 2022 | +34,9 Prozent | Arbeitskostenindex, zitiert im DEHOGA-Zahlenspiegel I/2026 |
Die Zahl, die dich am meisten angeht, steht in der zweiten und dritten Zeile: Nominal wächst die Branche, real schrumpft sie. Wer seine Preise nicht mindestens mit den Ware- und Personalkosten mitzieht, verliert Marge, ohne es im Umsatz zu sehen. Mehr Hebel zur Personalseite unter Personalkosten in der Gastronomie senken.
Wie sieht das Jahr in einem Catering aus?
Das Catering-Jahr hat typischerweise zwei Spitzen, die Sommersaison mit Hochzeiten und Firmenfesten und die Weihnachtsfeiern im November und Dezember, und eine ruhige Zeit im Januar und Februar. Die Steuertermine dagegen kommen jeden Monat gleich; die Tabelle legt beides übereinander. Prüfe die Minijob-Grenze nicht erst, wenn die Lohnabrechnung sie reißt, sondern im Dienstplan, bevor die Spitze beginnt.
| Monat | Saison und Spitzen (typisch) | Steuer- und Meldetermine | Minijob-Grenze prüfen |
|---|---|---|---|
| Januar | Ruhig; Zeit für Inventur, Preise, Verträge | 10.: Umsatzsteuer-Voranmeldung und Lohnsteuer-Anmeldung für Dezember; drittletzter Bankarbeitstag: Sozialversicherungsbeiträge (jeden Monat) | Jahresrückblick je Minijobber: Hat das regelmäßige Entgelt im Schnitt unter 603 € gelegen? |
| Februar | Ruhig; Messen, Angebote für die Hochzeitssaison | 10.: Voranmeldungen; 15.: Gewerbesteuer-Vorauszahlung; 16.: Lohnnachweis an die Berufsgenossenschaft | Stundendeckel je Minijobber für die Saison festlegen: 2026 rund 43 Stunden bei 13,90 € |
| März | Erste Firmenevents, Konfirmationen und Kommunionen beginnen | 10.: Voranmeldungen und Einkommensteuer-Vorauszahlung | Aushilfen für die Saison einstellen: Minijob oder kurzfristig? |
| April | Saisonstart Außenevents, Osterbrunch | 10.: Voranmeldungen | Kurzfristig Beschäftigte: Zähler für drei Monate oder 70 Arbeitstage anlegen |
| Mai | Hochzeiten, Firmenfeste, Feiertage mit Sonntagsarbeit | 10.: Voranmeldungen; 15.: Gewerbesteuer-Vorauszahlung | Monatsentgelt je Minijobber gegen die Grenze prüfen |
| Juni | Hochsaison | 10.: Voranmeldungen und Einkommensteuer-Vorauszahlung | Erste Warnungen ernst nehmen: Stunden verschieben, nicht auszahlen |
| Juli | Hochsaison, Ferienbeginn: Schüler und Studenten als kurzfristig Beschäftigte | 10.: Voranmeldungen; 31.: Steuererklärungen für das Vorjahr ohne Steuerberater | Ferienjobber: 70-Tage-Zähler, Berufsmäßigkeit klären |
| August | Hochsaison, Sommerfeste | 10.: Voranmeldungen; 15.: Gewerbesteuer-Vorauszahlung | Minijobber nahe der Grenze: Einsätze in den September schieben |
| September | Hochzeiten laufen aus, Firmenevents nach den Ferien | 10.: Voranmeldungen und Einkommensteuer-Vorauszahlung | Weihnachtsplanung: Wer kann im Dezember wie viele Stunden? |
| Oktober | Firmenjubiläen, Herbstfeste | 10.: Voranmeldungen | Zusätzliche kurzfristig Beschäftigte für Dezember anwerben |
| November | Weihnachtsfeiern beginnen, Buchungen am dichtesten | 10.: Voranmeldungen; 15.: Gewerbesteuer-Vorauszahlung | Zweite Spitze: dieselbe Prüfung wie im Juni |
| Dezember | Weihnachtsfeiern, Silvester | 10.: Voranmeldungen und Einkommensteuer-Vorauszahlung | Ein vorhersehbares Überschreiten ist nicht erlaubt, und die zwei Ausnahme-Monate zählen je Zeitjahr (für den Abrechnungsmonat gebildet), nicht je Kalenderjahr; den Dezember über kurzfristig Beschäftigte abdecken |
Zu den Terminen: Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist nach § 18 UStG bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig; Voranmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr, bei mehr als 9.000 Euro Umsatzsteuer im Vorjahr der Monat, und bei höchstens 2.000 Euro kann das Finanzamt dich von der Voranmeldung befreien. Die Lohnsteuer-Anmeldung folgt nach § 41a EStG demselben Zehnten; der Zeitraum ist monatlich, vierteljährlich bei höchstens 5.000 Euro Lohnsteuer im Vorjahr, jährlich bei höchstens 1.080 Euro. Die Sozialversicherungsbeiträge sind nach § 23 SGB IV spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig. Einkommensteuer-Vorauszahlungen stehen in § 37 EStG (10. März, Juni, September, Dezember), Gewerbesteuer-Vorauszahlungen in § 19 GewStG (15. Februar, Mai, August, November). Die Steuererklärung ist nach § 149 AO sieben Monate nach Jahresende fällig, mit Steuerberater erst Ende Februar des übernächsten Jahres. Der Lohnnachweis an die Berufsgenossenschaft geht nach § 99 SGB IV bis zum 16. Februar elektronisch raus. Dazu kommt alle zwei Jahre die Wiederholungsbelehrung nach § 43 IfSG, die du selbst durchführst und dokumentierst; leg sie in den Januar.
Wie plane ich Personal und Dienstplan im Catering?
Je Event, mit festen Rollen (Fahrer, Küche, Service, Spüle) und mit Stunden, die beim Beladen im Betrieb beginnen und nach dem Ausräumen enden; der Dienstplan muss die Minijob-Grenze, die Höchstarbeitszeit und die Ruhezeit bis zum nächsten Event kennen, bevor du die Schicht an die Aushilfe schickst.
Welche Regeln greifen bei einem Abendevent?
| Regel | Inhalt | Quelle |
|---|---|---|
| Arbeitszeit | Vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne Pausen; beim Catering ab dem Beladen im Betrieb bis zum Ausräumen nach der Rückfahrt | § 2 ArbZG |
| Höchstarbeitszeit | Acht Stunden werktäglich, bis zu zehn, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden nicht überschritten werden | § 3 ArbZG |
| Pausen | Ab mehr als sechs Stunden 30 Minuten, ab mehr als neun Stunden 45 Minuten, teilbar in Abschnitte von 15 Minuten; nie länger als sechs Stunden am Stück ohne Pause | § 4 ArbZG |
| Ruhezeit | Elf Stunden nach Ende der Arbeit; in Einrichtungen zur Bewirtung mindestens zehn, wenn der Ausgleich innerhalb eines Kalendermonats oder vier Wochen auf zwölf Stunden erfolgt | § 5 ArbZG |
| Sonn- und Feiertage | In Einrichtungen zur Bewirtung erlaubt; mindestens 15 Sonntage im Jahr frei, Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen, bei Feiertagen acht Wochen | § 10, § 11 ArbZG |
| Aufzeichnung | Beginn, Ende, Dauer bis zum siebten Kalendertag danach, zwei Jahre aufbewahren | § 17 MiLoG |
| Minijob | Regelmäßiges Entgelt höchstens 603 € im Monat (2026); unvorhersehbares Überschreiten in höchstens zwei Kalendermonaten je Zeitjahr, Verdienst dann jeweils höchstens das Doppelte der Grenze (1.206 €) | § 8 Abs. 1a, 1b SGB IV |
| Kurzfristige Beschäftigung | Höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, von vornherein befristet; über der Minijob-Grenze nicht berufsmäßig | § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV, Minijob-Zentrale |
Ein Beispiel, das jeder Caterer kennt: Beladen 14 Uhr, Abfahrt 15 Uhr, Service bis 23 Uhr, zurück im Betrieb um 0:30 Uhr. Das sind zehneinhalb Stunden Anwesenheit; nur wenn die Pause von 45 Minuten wirklich genommen wird, bleibt die Arbeitszeit mit neun Stunden 45 Minuten unter der Zehn-Stunden-Grenze aus § 3 ArbZG, und jede Verzögerung beim Ausräumen reißt sie. Die Pause muss deshalb im Plan stehen, nicht nur im Kopf. Wer am nächsten Morgen um 8 Uhr für den Brunch beladen soll, hat nur siebeneinhalb Stunden Ruhezeit und darf so nicht eingeplant werden. Teile solche Tage in zwei Teams: eines für Aufbau und Service, eines für Abbau und Rückfahrt. Mehr zu den Regeln unter Arbeitszeitgesetz in der Gastronomie, Ruhezeit in der Gastronomie und Schichtplanung in der Gastronomie; für Schüler als Aushilfen gilt zusätzlich das Jugendarbeitsschutzgesetz.
Wie hilft Gastronario dabei?
- Schichtplanung je Event mit Verfügbarkeiten, Tausch und Abwesenheiten: Aushilfen tragen ein, wann sie können, du besetzt das Event aus dem Pool.
- Wettervorhersage im Dienstplan: Bei Außenevents entscheidet das Wetter über Zelt, Heizpilze und die Zahl der Servicekräfte; die Vorhersage steht direkt neben der Schicht.
- Minijob-Grenzwarnung je Mitarbeiter: Der Plan zeigt vor dem Dezember, wer die Grenze reißen würde.
- ArbZG-Prüfung: Pausen, Ruhezeiten und Höchstarbeitszeit werden beim Planen geprüft, nicht erst in der Betriebsprüfung.
- Stempeluhr per PIN am Tablet: Das Terminal fährt mit zum Event; die MiLoG-Aufzeichnung entsteht am Einsatzort, nicht Tage später aus der Erinnerung.
- Export nach DATEV, CSV und PDF und ein Kanzlei-Zugang für die Lohnabrechnung.
Was die Zeiterfassung für Catering im Einzelnen kann und was sie kostet, steht auf der Produktseite und unter Preise. Die Pflicht dahinter erklärt Zeiterfassung: Was ist Pflicht?, die Grenzen der Minijobs die Seite zur Minijob-Grenze.
Wie halte ich Ware, Bruch und Einkauf im Griff?
Mit drei Routinen je Event: Mengen aus der Gästezahl und der Buffetkarte ableiten, Bruch an Mietgeschirr und Gläsern am selben Abend aufschreiben, und den Rücklauf beim Ausladen nach Temperatur sortieren. Dazu kommt einmal im Monat eine Inventur des Trockenlagers und der Getränke.
Was gehört in die Mengenplanung?
Die Buffetkarte je Eventtyp ist deine Rezeptur: Gramm je Komponente und Gast, multipliziert mit der bestätigten Gästezahl, ergibt die Einkaufsliste für das Event. Rechne den Verbrauch nach dem Event zurück (bestellt, verbraucht, zurück, entsorgt), dann wird die Planung mit jedem Event genauer. Überproduktion ist beim Catering die häufigste Form von Wareneinsatz ohne Umsatz, weil ein leeres Buffet schlimmer aussieht als ein voller Müllsack; die Rückrechnung zeigt dir, wo du zu viel kochst.
Warum braucht ein Catering ein Bruchbuch?
Weil Mietgeschirr und eigene Gläser bei jedem Event Verluste haben, die niemand sieht, bis die Rechnung des Vermieters kommt. Ein digitales Bruchbuch hält fest, was bei welchem Event kaputtging; nach zehn Events weißt du, ob der Bruch beim Transport, beim Service oder beim Spülen entsteht, und ob Mieten oder Kaufen für dich günstiger ist.
Wie gehe ich mit Rücklauf und Kühlkette um?
Die Kühlkette darf nach Anhang II Kapitel IX der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 nicht unterbrochen werden, und das Veterinäramt des Kreises Paderborn verlangt die Temperaturen aus DIN 10508 ausdrücklich auch bei allen Transportvorgängen: leicht verderbliche Lebensmittel höchstens 7 Grad, Geflügel 4 Grad, roher Fisch 2 Grad, Tiefkühlware minus 18 Grad, heiß gehaltene Speisen mindestens 60 Grad und höchstens drei Stunden. Für den Rücklauf heißt das: Was beim Ausladen über der Grenze liegt, wird entsorgt und als Verlust gebucht, nicht wieder eingelagert. Ein Temperaturlogger je Kühlbox und ein Messprotokoll je Event (Verladen, Ausladen, Buffetbeginn, Buffetende) sind dein HACCP-Nachweis nach Art. 5 der Verordnung. Rückstellproben sind nach dem Merkblatt des LAVES außerhalb der Fälle der §§ 3 und 3a ZoonoseV (eigene Untersuchungen auf Zoonoseerreger, Meldung nach Art. 19 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002) nicht Pflicht, aber empfohlen: 100 Gramm je Komponente nach DIN 10526, minus 18 Grad, mindestens sieben Tage, besser 14.
Routinen fürs Beladen und für die Rückkehr (Kühlboxen gemessen, Fahrzeug gereinigt, Rücklauf sortiert, Bruch eingetragen) lassen sich in Gastronario als Routinen anlegen, die der Mitarbeiter per PIN abzeichnet; so steht am nächsten Morgen fest, wer wann was geprüft hat.
Was muss ich bei Kasse und Buchhaltung beachten?
Die meisten Caterings rechnen per Rechnung ab und brauchen deshalb keine Registrierkasse; sobald du aber Bargeld annimmst, etwa an einem Stand oder bei Privatfeiern, gelten die Regeln für Kassen in voller Höhe. In beiden Fällen prüft das Finanzamt, ob jeder Umsatz einzeln, vollständig und zeitgerecht erfasst ist.
| Thema | Regel | Quelle |
|---|---|---|
| Elektronische Kasse | Jeder Geschäftsvorfall einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet; Schutz durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) | § 146a Abs. 1 AO |
| Belegausgabe | Beleg in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit dem Geschäftsvorfall | § 146a Abs. 2 AO |
| Meldung der Kasse | Anschaffung und Außerbetriebnahme innerhalb eines Monats dem Finanzamt melden | § 146a Abs. 4 AO |
| Umsatzsteuer | 7 Prozent auf Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen, ausgenommen Getränke; Speisen und Getränke auf der Rechnung getrennt ausweisen | § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG |
| Voranmeldung | Bis zum 10. nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums; Zeitraum nach Vorjahressteuer | § 18 UStG |
Ohne Kasse brauchst du trotzdem eine lückenlose Rechnungsnummernfolge, ein Kassenbuch für die Barkasse (Trinkgeld, Auslagen, kleine Bareinnahmen) und eine Ablage, die Angebot, Auftragsbestätigung, Lieferschein, Rechnung und Zahlung je Event zusammenhält. Wie Kassenbuch und Zeiterfassung in der Betriebsprüfung zusammen gelesen werden, steht unter Kassenbuch und Zeiterfassung; was die Prüfer am Personal interessiert, unter Betriebsprüfung in der Gastronomie vorbereiten und MiLoG-Dokumentationspflicht in der Prüfung. Die Anforderungen an digitale Aufzeichnungen, auch an die Zeiterfassung, erklärt GoBD und Arbeitszeiterfassung; die Kassenregeln im Detail Kassensicherungsverordnung und TSE.
Für Trinkgeld, das Firmenkunden auf die Rechnung setzen oder bar für das Team geben, gilt eigenes Steuerrecht; siehe Trinkgeld versteuern in der Gastronomie.
Häufige Fragen
- Wie berechne ich die Personalkostenquote im Catering?
- Lohn plus Arbeitgeberanteile plus Pauschalabgaben für Minijobber, geteilt durch den Nettoumsatz des Events. Zähle alle Stunden, die das Event verursacht: Beladen, Fahrt, Aufbau, Service, Abbau, Rückfahrt und das Spülen am nächsten Tag. Die Stunden am Buffet sind oft weniger als die Hälfte. Rechne je Event und kumuliert je Monat; der DEHOGA-Zahlenspiegel nennt für Caterer keine Kostenquoten, deshalb ist dein eigener Verlauf der Maßstab.
- Wie viele Stunden darf ein Mitarbeiter bei einem Abendevent arbeiten?
- Nach § 3 ArbZG höchstens zehn Stunden am Werktag, und nur dann, wenn innerhalb von sechs Monaten im Schnitt acht Stunden nicht überschritten werden. Die Zeit zählt ab dem Beginn der Arbeit, beim Catering also ab dem Beladen im Betrieb, bis zum Ende nach dem Ausräumen. Pausen von 30 Minuten ab sechs Stunden und 45 Minuten ab neun Stunden kommen dazu und müssen vorher feststehen. Danach sind elf Stunden Ruhezeit fällig, in Einrichtungen zur Bewirtung mindestens zehn mit Ausgleich.
- Zählt die Fahrt zum Event als Arbeitszeit?
- Wenn das Team im Betrieb belädt und von dort im Fahrzeug zum Einsatzort fährt, ja: Nach § 2 ArbZG ist Arbeitszeit die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne Pausen, und die Arbeit hat beim Beladen begonnen. Entsprechend endet sie nach der Rückfahrt mit dem Ausräumen. Plane und erfasse die Fahrzeit deshalb als Teil der Schicht, sonst stimmen weder Höchstarbeitszeit noch Mindestlohnberechnung.
- Was passiert, wenn ein Minijobber im Dezember über die Grenze kommt?
- Nach § 8 Abs. 1b SGB IV ist ein Überschreiten nur erlaubt, wenn es nicht vorhersehbar war, in höchstens zwei Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres (das Gesetz bildet es für den jeweiligen Abrechnungsmonat, es ist nicht das Kalenderjahr) und mit einem Verdienst von jeweils höchstens dem Doppelten der Grenze, also 2026 bis zu 1.206 € in diesem Monat. Eine Weihnachtssaison mit zehn gebuchten Feiern ist vorhersehbar. Deckle die Stunden der Minijobber im Dienstplan und besetze die Spitze mit kurzfristig Beschäftigten oder mit Mitarbeitern über der Minijob-Grenze. Eine Grenzwarnung je Mitarbeiter im Dienstplan zeigt das Problem, bevor die Lohnabrechnung es meldet.
- Brauche ich im Catering eine TSE-Kasse?
- Nur wenn du ein elektronisches Aufzeichnungssystem für Bargeschäfte nutzt. Dann verlangt § 146a AO eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, einen Beleg zu jedem Geschäftsvorfall und die Meldung der Kasse an das Finanzamt innerhalb eines Monats nach Anschaffung. Wer ausschließlich per Rechnung und Überweisung abrechnet, braucht keine Registrierkasse, aber eine lückenlose Rechnungsnummernfolge und ein Kassenbuch für die Barkasse.
- Welche Temperaturen muss ich beim Transport dokumentieren?
- Die Kühlkette darf nach Anhang II Kapitel IX der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 nicht unterbrochen werden; das Veterinäramt des Kreises Paderborn verlangt die Temperaturen aus DIN 10508 ausdrücklich auch bei allen Transportvorgängen: leicht verderbliche Lebensmittel höchstens 7 Grad, Geflügel 4 Grad, roher Fisch 2 Grad, Tiefkühlware minus 18 Grad mit kurzzeitig bis zu 3 Grad Toleranz nach § 2 TLMV, heiß gehaltene Speisen mindestens 60 Grad und höchstens drei Stunden. Miss beim Verladen, beim Ausladen, zu Beginn und am Ende des Buffets und halte die Werte je Event fest; das ist dein HACCP-Nachweis nach Art. 5 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004.
- Darf ich Mitarbeiter an Sonntagen und Feiertagen einsetzen?
- Ja. § 10 Abs. 1 Nr. 4 ArbZG erlaubt Sonn- und Feiertagsarbeit in Gaststätten und anderen Einrichtungen zur Bewirtung. Nach § 11 ArbZG müssen aber mindestens 15 Sonntage im Jahr frei bleiben, und für jeden gearbeiteten Sonntag ist innerhalb von zwei Wochen ein Ersatzruhetag fällig, für einen Feiertag innerhalb von acht Wochen. Trag die Ersatzruhetage im Dienstplan ein, sonst gehen sie in der Saison unter.
- Wie lange muss ich Arbeitszeitaufzeichnungen aufbewahren?
- Nach § 17 MiLoG mindestens zwei Jahre, gerechnet ab dem für die Aufzeichnung maßgeblichen Zeitpunkt. Die Aufzeichnung selbst muss spätestens bis zum Ablauf des siebten Kalendertages nach dem Arbeitstag vorliegen und Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit enthalten. Beim Catering gehört die Zeit ab dem Beladen bis zum Ausräumen nach der Rückfahrt dazu.
Quellen
- DEHOGA Bundesverband – Zahlenspiegel I/2026 (Stand 26. Mai 2026)
- § 2 ArbZG – Begriffsbestimmungen
- § 3 ArbZG – Arbeitszeit der Arbeitnehmer
- § 4 ArbZG – Ruhepausen
- § 5 ArbZG – Ruhezeit
- § 10 ArbZG – Sonn- und Feiertagsbeschäftigung
- § 11 ArbZG – Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung
- § 17 MiLoG – Aufzeichnungspflicht
- § 8 SGB IV – Geringfügige und kurzfristige Beschäftigung
- § 23 SGB IV – Fälligkeit der Beiträge
- § 99 SGB IV – Lohnnachweis an die Unfallversicherung
- Minijob-Zentrale – 3-Monats-Zeitraum oder 70 Arbeitstage bei kurzfristiger Beschäftigung
- § 12 UStG – Steuersätze (Abs. 2 Nr. 15)
- § 18 UStG – Besteuerungsverfahren, Voranmeldung
- § 41a EStG – Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer
- § 37 EStG – Einkommensteuer-Vorauszahlung
- § 19 GewStG – Vorauszahlungen
- § 149 AO – Abgabe der Steuererklärungen
- § 146a AO – Ordnungsvorschrift für elektronische Aufzeichnungssysteme
- § 43 IfSG – Belehrung, Wiederholungsbelehrung
- Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene, konsolidierte Fassung (Art. 5, Anhang II Kapitel IX)
- § 2 TLMV – Temperatur tiefgefrorener Lebensmittel
- § 3 ZoonoseV – Rückstellproben bei eigenen Untersuchungen auf Zoonoseerreger
- § 3a ZoonoseV – Rückstellproben im Fall des Art. 19 Abs. 3 VO (EG) Nr. 178/2002
- Kreis Paderborn, Veterinäramt – Lagertemperaturen aus DIN 10508 (Stand 26.03.2026)
- LAVES Niedersachsen – Merkblatt Die Rückstellprobe in der Gemeinschaftsverpflegung
Stand: Oktober 2026 · Verantwortlich: Rico Klatte
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