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Ein Restaurant führen: Zahlen, Personal, Kasse

Stand:

Abendservice: Unter Wärmelampen werden Teller angerichtet und für den Gastraum aufgenommen.

Kurzantwort

Ein Restaurant führst du über drei Zahlen: Wareneinsatzquote, Personalkostenquote und Umsatz je Personalstunde. In vielen klassischen Restaurants liegen die Personalkosten laut DEHOGA bei über 40 Prozent und der Wareneinsatz bei über 30 Prozent des Umsatzes, zusammen also bei rund 70 Prozent; aus dem Rest müssen Miete, Energie, Versicherung, Abschreibung und dein Gewinn kommen. Dazu kommen feste Termine: Umsatzsteuer und Lohnsteuer bis zum 10. des Monats, Sozialversicherung am drittletzten Bankarbeitstag, und eine Kasse mit TSE, die das Finanzamt jederzeit unangekündigt prüfen darf.

Welche Kennzahlen muss ich in einem Restaurant im Blick haben?

Die drei Kennzahlen, die ein Restaurant steuern, sind die Wareneinsatzquote, die Personalkostenquote und der Umsatz je Personalstunde. Für die ersten beiden gibt es eine Branchenorientierung von DEHOGA, für die dritte gibt es keine belastbare Branchenzahl; du misst sie deshalb im eigenen Betrieb und vergleichst Woche mit Woche.

KennzahlFormelOrientierungQuelle
WareneinsatzquoteWareneinsatz netto geteilt durch Nettoumsatz, mal 100über 30 Prozent in vielen klassischen RestaurantsDEHOGA, Pressekonferenz 2. September 2025, nach HOGAPAGE
PersonalkostenquotePersonalkosten inklusive Arbeitgeberanteile geteilt durch Nettoumsatz, mal 100über 40 Prozent in vielen klassischen Restaurantsebenda
Arbeitskosten je StundePersonalkosten geteilt durch geleistete StundenGastgewerbe 2025 im Schnitt 27,40 € je Arbeitsstunde (2020: 20,90 €)Statistisches Bundesamt, nach Tageskarte
Umsatz je PersonalstundeNettoumsatz des Tages geteilt durch alle gestempelten Stunden des Tageskeine Branchenzahl mit Quelle; Beispielrechnung: 2.400 € Umsatz bei 48 Stunden ergibt 50 € je StundeBeispielrechnung
RohertragNettoumsatz minus Wareneinsatzergibt sich aus der WareneinsatzquoteRechnung

Zur Einordnung: Das Gastgewerbe setzte 2025 netto 119,8 Mrd. € um, und 2024 zählte es 206.105 steuerpflichtige Unternehmen (DEHOGA, Zahlen und Fakten). Die Branchenzahlen sind aber Durchschnitte über Restaurants, Hotels und Imbisse; die Quote deines Betriebs hängt an Karte, Preisniveau und Öffnungszeiten.

Wie du die Zahlen tatsächlich berechnest

  • Wareneinsatz: Anfangsbestand plus Einkäufe des Monats minus Endbestand. Ohne Monatsinventur rechnest du nur Einkäufe und siehst Verderb und Bruch nicht; dafür gibt es das Bruchbuch im Abschnitt zu Ware und Einkauf.
  • Personalkosten: Bruttolöhne plus Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung plus Umlagen und Berufsgenossenschaft. Die Pauschalabgaben für Minijobber gehören dazu.
  • Umsatz je Personalstunde: Nur mit echter Zeiterfassung sinnvoll, denn geplante Stunden und gestempelte Stunden liegen im Restaurant regelmäßig auseinander. Rechne je Tag und je Schicht, nicht je Monat, sonst verschwindet der schwache Dienstagabend im starken Samstag.

Was du tun kannst, wenn die Personalkostenquote über der Orientierung liegt, ohne Mitarbeiter zu verlieren, steht unter Personalkosten in der Gastronomie senken.

Wie sieht das Jahr in einem Restaurant aus?

Das Restaurantjahr hat zwei Spitzen, den Terrassensommer und die Weihnachtsfeiern von Mitte November bis Silvester, und zwei ruhige Phasen im Januar und Februar sowie in den großen Sommerferien. Dazwischen liegen Termine, die jeden Monat gleich sind: Umsatzsteuer-Voranmeldung und Lohnsteuer-Anmeldung bis zum 10. des Folgemonats (§ 18 Abs. 1 UStG, § 41a Abs. 1 EStG) und der Gesamtsozialversicherungsbeitrag spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats (§ 23 Abs. 1 SGB IV). Die Tabelle zeigt nur, was zusätzlich in den einzelnen Monat fällt.

MonatSaison und SpitzenSteuer- und MeldetermineMinijob-Grenze prüfen
Januarruhig nach Silvester; Inventur zum Geschäftsjahresende10.1. Umsatzsteuer und Lohnsteuer für Dezemberneue Grenze seit 1. Januar: 603 € im Monat; Stundenbudget je Minijobber mit 13,90 € neu rechnen
FebruarValentinstag, Karneval15.2. Jahresmeldung zur Sozialversicherung (§ 10 DEÜV), 15.2. Gewerbesteuer-Vorauszahlung (§ 19 GewStG), 16.2. Lohnnachweis an die Berufsgenossenschaft (§ 99 SGB IV)kurzer Monat, selten kritisch
MärzTerrasse vorbereiten, Außengastronomie-Genehmigung verlängern10.3. Einkommensteuer-Vorauszahlung (§ 37 EStG)Osterschichten früh planen, wenn Ostern im März liegt
AprilOstern, Spargel, erste TerrassentageFeiertagsschichten zählen in die Monatssumme
MaiMuttertag, Feiertage, Terrasse15.5. Gewerbesteuer-VorauszahlungSpitzenmonat: Minijobber laufen am ehesten über die Grenze
JuniTerrasse, Hochzeiten, Firmenfeiern10.6. Einkommensteuer-VorauszahlungWetter entscheidet die Besetzung
JuliSommerferien, Urlaub im Team31.7. Steuererklärung des Vorjahres ohne Steuerberater (§ 149 Abs. 2 AO)Urlaubsvertretung durch Minijobber treibt die Monatssumme
AugustSommerferien, Kühlung kostet Energie15.8. Gewerbesteuer-Vorauszahlung
SeptemberHerbstkarte, Wild, Weinfeste10.9. Einkommensteuer-Vorauszahlung
OktoberOktoberfeste, Weihnachtsfeiern werden gebucht
NovemberMartinsgans, erste Weihnachtsfeiern15.11. Gewerbesteuer-VorauszahlungSpitzenmonat beginnt
DezemberWeihnachtsfeiern, Silvester10.12. Einkommensteuer-Vorauszahlung; Inventur vorbereitenSpitzenmonat; rechnerischer Jahresrahmen 12 mal 603 €

Mit Steuerberater verschiebt sich die Abgabefrist der Steuererklärung auf den letzten Tag des Februars des zweiten Folgejahres (§ 149 Abs. 3 AO). Die Umsatzsteuer meldest du monatlich, wenn die Vorjahressteuer über 9.000 € lag, sonst vierteljährlich; für Gründungen bis Ende 2026 gilt im Gründungsjahr die voraussichtliche Steuer dieses Jahres als Maßstab, im Folgejahr ist der Kalendermonat Voranmeldungszeitraum (§ 18 Abs. 2 UStG). Bei der Lohnsteuer gilt: vierteljährlich bei mehr als 1.080 € und höchstens 5.000 € Vorjahreslohnsteuer, jährlich bis 1.080 €, sonst monatlich (§ 41a Abs. 2 EStG). Wie die Minijob-Grenze im Detail funktioniert, steht unter Minijob-Grenze.

Wie plane ich Personal und Dienstplan in einem Restaurant?

Ein Restaurant plant zwei Teams, Küche und Service, mit unterschiedlichen Rhythmen: Die Küche beginnt vor dem ersten Gast und endet nach der letzten Bestellung, der Service lebt von Reservierungen, Wetter und Wochentag. Der Dienstplan muss beides abbilden und dabei drei Grenzen einhalten, die der Zoll und die Gewerbeaufsicht prüfen.

GrenzeRegelGrundlage
Höchstarbeitszeit8 Stunden werktäglich, bis 10 Stunden mit Ausgleich innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen; alles über 8 Stunden wird aufgezeichnet und zwei Jahre aufbewahrt§ 3, § 16 Abs. 2 ArbZG
Pausen30 Minuten ab mehr als 6 Stunden, 45 Minuten ab mehr als 9 Stunden, teilbar in Abschnitte von mindestens 15 Minuten§ 4 ArbZG
Ruhezeit11 Stunden; in Gaststätten 10 Stunden erlaubt, wenn innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen eine Ruhezeit auf 12 Stunden verlängert wird§ 5 ArbZG
Minijob603 € im Monat bei 13,90 € Mindestlohn; Aufzeichnung von Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit innerhalb von sieben Tagen§ 17 MiLoG
Jugendlichehöchstens 8 Stunden am Tag, 40 in der Woche; über 16-Jährige im Gaststättengewerbe bis 22 Uhr§ 8, § 14 JArbSchG

Planen nach Wetter und Saison

Die Terrasse ist im Sommer der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Monat, und sie hängt am Wetter. Plane den Service für die Terrassentage in zwei Stufen: eine Grundbesetzung, die bei Regen reicht, und eine Rufbereitschaft aus Mitarbeitern mit freier Verfügbarkeit. Gastronario zeigt die Wettervorhersage direkt im Dienstplan, sodass du am Donnerstag siehst, ob der Samstag eine Terrassenbesetzung braucht. Für die Weihnachtsfeiern gilt das Umgekehrte: Die Buchungen stehen Wochen vorher fest, und der Engpass ist die Ruhezeit zwischen einer späten Feier und dem Mittagsgeschäft am nächsten Tag.

Minijobber im Spitzenmonat

Mai, Juli und Dezember sind die Monate, in denen Minijobber im Restaurant über die Grenze laufen, weil Feiertage, Urlaubsvertretung und Weihnachtsfeiern zusätzliche Stunden bringen. Die Minijob-Grenzwarnung in Gastronario rechnet die gestempelten Stunden je Mitarbeiter laufend gegen die Grenze und meldet dir, bevor der Monat kippt. Urlaub und Krankheit gelten auch für Minijobber: Urlaubsanspruch im Minijob, Krankmeldung im Minijob.

Was Gastronario dabei übernimmt

Schichtplanung mit Verfügbarkeiten, Schichttausch und Abwesenheiten, die ArbZG-Prüfung auf Pausen, Ruhezeiten und Höchstarbeitszeit beim Planen, die digitale Stempeluhr per PIN am Tablet in Küche und Service, die MiLoG-Aufzeichnung daraus und Routinen fürs Öffnen und Schließen mit Abzeichnen per PIN, etwa Kühltemperaturen, Fettabscheider-Kontrolle und Kassenabschluss. Was die Zeiterfassung im Restaurant im Einzelnen leistet, steht unter Zeiterfassung für Restaurants; ob und wann ein Dienstplan Pflicht ist, unter Schichtplanung: Pflichten, die Grundlagen unter Schichtplanung in der Gastronomie und Jugendarbeitsschutz in der Gastronomie.

Wie halte ich Ware, Bruch und Einkauf unter Kontrolle?

Die Wareneinsatzquote stimmt nur, wenn du Bestände zählst, Bruch und Verderb aufschreibst und den Einkauf aus dem tatsächlichen Verbrauch ableitest. Ohne diese drei Dinge weißt du nicht, ob 34 Prozent Wareneinsatz an den Preisen deiner Lieferanten liegen, an der Portionsgröße in der Küche oder an dem, was im Müll landet.

Inventur

Als Kaufmann musst du zu Beginn deines Handelsgewerbes und zum Schluss jedes Geschäftsjahrs ein Inventar aufstellen; regelmäßig ersetzte Vermögensgegenstände dürfen mit Festwert angesetzt werden, dann reicht eine körperliche Bestandsaufnahme in der Regel alle drei Jahre (§ 240 HGB). Einzelkaufleute mit höchstens 800.000 € Umsatz und 80.000 € Jahresüberschuss an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen sind von Buchführung und Inventar befreit (§ 241a HGB). Für die Kennzahl brauchst du die Monatsbestände trotzdem: Wareneinsatz ist Anfangsbestand plus Einkäufe minus Endbestand. Eine kurze Monatsinventur von Fleisch, Fisch, Spirituosen und Wein, also den teuren Positionen, reicht dafür meistens.

Bruch und Verderb

Was weggeworfen wird, fehlt nicht nur im Rohertrag, es fehlt auch in der Erklärung, warum der Einkauf nicht zum Umsatz passt. Ein Bruchbuch hält fest, was, wann, warum und von wem entsorgt wurde: das Glas, das im Spüler zerbrochen ist, das Dessert, das zurückging, der Lachs, der am Montag nicht mehr verkäuflich war. Das digitale Bruchbuch in Gastronario führen Küche und Service am Tablet, und die Monatsauswertung zeigt dir, ob der Bruch an einer Schicht, einem Produkt oder einem Lieferanten hängt. Bei einer Betriebsprüfung ist die Differenz zwischen eingekaufter und verkaufter Menge eine der ersten Fragen; wie du dich darauf vorbereitest, steht unter Betriebsprüfung in der Gastronomie.

Einkauf

Lege für jede Station eine Mindestmenge fest und bestelle, was fehlt, nicht was gewohnt ist. Die Einkaufsliste in Gastronario füllen Küche und Theke während der Schicht; der Einkäufer sieht morgens eine Liste statt dreier Zettel. Bei neuen Produkten gehört die Allergendokumentation zum Einkauf: Die Zutatenliste des Lieferanten ist die Grundlage für die Auskunft am Tisch nach § 4 LMIDV.

Wartung, die niemand sieht

Zwei Wartungen gehören in die festen Routinen, weil sie bei Versäumnis teuer werden. Der Fettabscheider ist nach den Vorgaben der Gemeinde zu entleeren, in München alle zwei Wochen, mindestens monatlich, mit Generalinspektion alle fünf Jahre (Landeshauptstadt München); andere Gemeinden setzen eigene Intervalle in ihrer Entwässerungssatzung. Die Küchenabluft lagert Fett im Kanal ab, das eine gefährliche Brandlast bildet (BGN, Abluftanlagen); Ablagerungen und Verunreinigungen in der Lüftungsanlage, die die Gesundheit gefährden, müssen umgehend beseitigt werden (Anhang 3.6 ArbStättV); das Reinigungsintervall legt der Fachbetrieb nach Nutzung fest. Beides lässt sich als Routine mit Abzeichnen per PIN hinterlegen, damit die Entleerung nicht an der Erinnerung eines Einzelnen hängt.

Was muss ich bei Kasse und Buchhaltung im Restaurant beachten?

Deine Kasse braucht eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, du musst jedem Gast einen Beleg anbieten, und das Finanzamt darf die Kasse ohne Ankündigung während der Öffnungszeiten prüfen. Die Umsatzsteuer trennt seit 2026 dauerhaft Speisen und Getränke.

PflichtInhaltGrundlage
TSEelektronisches Aufzeichnungssystem mit Sicherheitsmodul, Speichermedium und einheitlicher digitaler Schnittstelle§ 146a Abs. 1 AO
BelegausgabeBeleg in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit dem Geschäftsvorfall erstellen und dem Gast zur Verfügung stellen§ 146a Abs. 2 AO
Mitteilung ans Finanzamtinnerhalb eines Monats nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme des Kassensystems§ 146a Abs. 4 AO
Kassen-Nachschauohne vorherige Ankündigung während der üblichen Geschäftszeiten; Einsicht in Daten, Übermittlung über die digitale Schnittstelle; Übergang zur Außenprüfung ohne Prüfungsanordnung möglich§ 146b AO
UmsatzsteuerRestaurant- und Verpflegungsdienstleistungen 7 Prozent, mit Ausnahme der Abgabe von Getränken, die bei 19 Prozent bleibt; unbefristet seit 1. Januar 2026 (Steueränderungsgesetz 2025)§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG

Die Kassen-Nachschau ist der Moment, in dem Kasse und Zeiterfassung zusammen gelesen werden: Der Prüfer sieht im Kassenjournal, wann gebucht wurde, und fragt, wer um diese Zeit gearbeitet hat. Stimmen Kassenbuch und Stempelzeiten nicht überein, ist das der Einstieg in die Außenprüfung. Wie beides zusammenpasst, steht unter Kassenbuch und Zeiterfassung; die Anforderungen an die TSE unter Kassensicherungsverordnung und TSE; was die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung für Arbeitszeitdaten bedeuten, unter GoBD und Arbeitszeiterfassung.

Beim Trinkgeld musst du in der Kasse trennen: Das Trinkgeld der Gäste an deine Mitarbeiter ist für diese steuerfrei (§ 3 Nr. 51 EStG), Trinkgeld an dich als Inhaber ist Betriebseinnahme, und Kartentrinkgeld läuft durch deine Kasse, bevor es beim Team ankommt. Die Buchungswege stehen unter Trinkgeld versteuern in der Gastronomie.

Für die Buchhaltung exportiert Gastronario die Arbeitszeiten als DATEV-, CSV- oder PDF-Datei, und über den Kanzlei-Zugang holt sich dein Steuerberater die Stunden für die Lohnabrechnung selbst. Was der Zoll bei einer Mindestlohnprüfung sehen will, steht unter MiLoG-Dokumentationspflicht in der Prüfung.

Häufige Fragen

Wie hoch darf der Wareneinsatz in einem Restaurant sein?
Eine gesetzliche Grenze gibt es nicht, aber eine Branchenorientierung: DEHOGA nannte im September 2025 für viele klassische Restaurants einen Wareneinsatz von über 30 Prozent des Umsatzes. Ob deine Quote gut ist, hängt von Karte und Preisniveau ab; ein Steakhaus liegt höher als eine Pasta-Küche. Rechne die Quote monatlich aus Anfangsbestand plus Einkäufe minus Endbestand, nicht nur aus den Einkäufen, sonst siehst du Bruch und Verderb nicht.
Wie hoch ist die Personalkostenquote in der Gastronomie?
DEHOGA nannte im September 2025 für viele klassische Restaurants Personalkosten von über 40 Prozent des Umsatzes. Das Statistische Bundesamt beziffert die Arbeitskosten im Gastgewerbe 2025 auf 27,40 Euro je Arbeitsstunde, nach 20,90 Euro im Jahr 2020. Zusammen mit dem Wareneinsatz von über 30 Prozent bleiben in einem klassischen Restaurant rund 30 Prozent des Umsatzes für Miete, Energie, Versicherung, Abschreibung und Gewinn.
Wie berechne ich den Umsatz je Personalstunde im Restaurant?
Teile den Nettoumsatz eines Tages durch alle gestempelten Stunden dieses Tages, Küche und Service zusammen. Beispiel: 2.400 Euro Umsatz bei 48 Stunden ergeben 50 Euro je Stunde. Eine belastbare Branchenzahl dafür gibt es nicht, deshalb vergleichst du Wochentage und Schichten in deinem eigenen Betrieb miteinander. Die Zahl ist nur so gut wie die Zeiterfassung dahinter; geplante Stunden statt gestempelter Stunden verfälschen sie.
Darf das Finanzamt unangekündigt meine Kasse prüfen?
Ja. Die Kassen-Nachschau nach § 146b AO erlaubt es Amtsträgern, ohne vorherige Ankündigung während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten deine Geschäftsräume zu betreten, Kassendaten einzusehen und die Übermittlung über die digitale Schnittstelle zu verlangen. Geben die Feststellungen Anlass dazu, kann die Nachschau ohne Prüfungsanordnung in eine Außenprüfung übergehen. Halte deshalb Kassenjournal, TSE-Daten und Zeiterfassung jederzeit abrufbar.
Wie oft muss der Fettabscheider im Restaurant geleert werden?
Das legt die Entwässerungssatzung deiner Gemeinde fest, nicht ein Bundesgesetz. München verlangt die Entleerung alle zwei Wochen, mindestens aber einmal im Monat, und eine Generalinspektion alle fünf Jahre durch fachkundige, vom Betreiber unabhängige Personen. Andere Gemeinden setzen eigene Intervalle. Frag beim Entwässerungsbetrieb deiner Stadt nach dem Merkblatt und hinterlege die Entleerung als feste Routine.
Muss ich in einem Restaurant Inventur machen?
Als Kaufmann musst du nach § 240 HGB zu Beginn des Handelsgewerbes und zum Schluss jedes Geschäftsjahrs ein Inventar aufstellen. Einzelkaufleute mit höchstens 800.000 Euro Umsatz und 80.000 Euro Jahresüberschuss an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen sind nach § 241a HGB davon befreit. Für die Wareneinsatzquote brauchst du die Bestände trotzdem; eine kurze Monatsinventur der teuren Positionen reicht dafür meistens.
Welche Ruhezeit gilt zwischen zwei Schichten im Restaurant?
Grundsätzlich elf Stunden ununterbrochene Ruhezeit nach § 5 ArbZG. In Gaststätten darf sie auf zehn Stunden verkürzt werden, wenn innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen eine andere Ruhezeit auf mindestens zwölf Stunden verlängert wird. Der späte Abendservice und die Frühschicht am nächsten Tag sind damit möglich, der Ausgleich muss aber im selben Monat stehen und dokumentiert sein.
Welcher Mehrwertsteuersatz gilt für Speisen im Restaurant?
Für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen gilt nach § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG der ermäßigte Satz von 7 Prozent, mit Ausnahme der Abgabe von Getränken; die bleiben bei 19 Prozent. Die Regelung gilt seit dem 1. Januar 2026 ohne Befristung. Deine Kasse muss Speisen und Getränke deshalb getrennt mit dem richtigen Steuersatz buchen, auch bei Menüs mit Getränk.

Quellen

Stand: Oktober 2026 · Verantwortlich: Rico Klatte

Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Texte entstehen mit KI-Hilfe, siehe KI-Hinweis.

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