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Ein Restaurant eröffnen: Schritt für Schritt

Stand:

Zwei Frauen in Schürzen gehen vor der Eröffnung durch die übernommene Restaurantküche.

Kurzantwort

Ein Restaurant mit 80 Plätzen kostet in unserer Beispielrechnung rund 130.000 bis 335.000 € bis zur Eröffnung, je nachdem, ob Küche, Abluft und Fettabscheider schon im Gebäude stecken oder neu kommen. Übernimmst du ein eingerichtetes Restaurant, sind 1 bis 3 Wochen bis zum Soft Opening machbar; den Termin für den Alkoholausschank setzt die Erlaubnis oder Anzeige (Berlin: drei bis fünf Wochen Bearbeitung; Baden-Württemberg: Anzeige in der Regel sechs Wochen vorher, bei Übernahme kann die Gemeinde darauf verzichten), bis dahin öffnest du in den Ländern mit Bundes-GastG ohne Alkohol. Mit Umbau, Neubau oder Nutzungsänderung rechne mit Monaten (Annahme: sechs bis zwölf). Die drei Genehmigungen, die ein Restaurant von einem Café unterscheiden: die Gaststättenerlaubnis oder -anzeige für Alkohol, die baurechtliche Freigabe für Küchenabluft und Fettabscheider sowie die Registrierung als Lebensmittelbetrieb mit belehrtem Personal.

Wie viel kostet es, ein Restaurant zu eröffnen?

In der Beispielrechnung unten liegen die Gründungskosten für ein Restaurant mit 80 Sitzplätzen bei rund 130.000 bis 335.000 €. Die Spanne ist so breit, weil die Küche den größten Posten stellt und du sie neu, gebraucht oder geleast einrichten kannst.

Annahmen der Beispielrechnung: 80 Sitzplätze, etwa 150 m² Gastraum und 40 m² Küche, Mittelstadt, Übernahme von Räumen, die schon als Gaststätte genutzt wurden. Es gibt also keine Nutzungsänderung, aber Abluft und Fettabscheider müssen geprüft und teils saniert werden. Alle Beträge netto.

PostenSpanneQuelle oder Annahme
Kaution und erste Monatsmiete12.000 bis 20.000 €Annahme: 3.000 bis 5.000 € Kaltmiete, drei Monatsmieten Kaution plus erste Miete
Küchentechnik (Herd, Kombidämpfer, Kühlung, Spültechnik)40.000 bis 120.000 €Annahme: Neuware; gebraucht oder geleast deutlich weniger
Abluft und Fettabscheider (Nachrüstung oder Sanierung)10.000 bis 40.000 €Annahme: abhängig von Gebäude, Leitungsweg und Nenngröße
Gastraum (Möbel, Theke, Licht, Malerarbeiten)30.000 bis 80.000 €Annahme: 80 Plätze
Kasse mit TSE, Bondrucker, Kartenterminal1.000 bis 3.000 €Annahme
Gaststättenerlaubnis100 bis 1.500 €Berlin, unbefristete Erlaubnis je nach Aufwand (service.berlin.de); in Ländern mit Anzeige statt Erlaubnis Gebühr beim zuständigen Amt erfragen
IHK-Gaststättenunterrichtung90 €IHK Südlicher Oberrhein; Gebühr je IHK verschieden
Führungszeugnis13 €service.berlin.de
Erstausstattung Ware und Getränke5.000 bis 10.000 €Annahme
Liquiditätsreserve (drei Monate Miete und Personal)30.000 bis 60.000 €Annahme
Summerund 130.000 bis 335.000 €Beispielrechnung

Die Liquiditätsreserve ist kein Luxusposten. Ein Restaurant verdient in den ersten Wochen selten das, was Miete, Personal und Wareneinkauf kosten, und die Umsatzsteuer-Voranmeldung läuft von Anfang an: Für Gründungen bis Ende 2026 entscheidet die voraussichtliche Steuer des Gründungsjahres über den Rhythmus, monatlich über 9.000 €, sonst vierteljährlich; im Folgejahr ist der Kalendermonat Voranmeldungszeitraum (§ 18 Abs. 2 UStG). Bei einem Restaurant mit 80 Plätzen liegt die voraussichtliche Steuer praktisch immer über 9.000 €, rechne also mit der monatlichen Abgabe bis zum 10. des Folgemonats. Wie du die Summe finanzierst, steht unter Gastronomie finanzieren; welche Steuern ab Tag eins laufen, unter Steuern bei der Gründung.

Wie lange dauert es, ein Restaurant zu eröffnen?

Übernimmst du ein eingerichtetes Restaurant mit Küche, Abluft und Fettabscheider, kannst du in 1 bis 3 Wochen mit einem Soft Opening starten; den Termin für Wein und Bier setzt die Gaststättenerlaubnis oder -anzeige deines Landes. Mit Küchenumbau, Neubau oder Nutzungsänderung dauert es Monate (Annahme: sechs bis zwölf), denn dann brauchst du Handwerker, Fachplaner und meist eine baurechtliche Freigabe.

Weg 1: Übernahme eines eingerichteten Restaurants mit Soft Opening

Die Behördenschritte dauern Tage: Die Registrierung als Lebensmittelbetrieb ist eine Meldung ohne Bescheid, die Gewerbeanmeldung ist erst mit dem Betriebsbeginn fällig (§ 14 GewO). Der ehrliche Engpass ist der Alkohol. In den Ländern mit Bundes-GastG (Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Berlin bis 7. Januar 2027) brauchst du für den Ausschank eine Erlaubnis, für die du vorher die IHK-Unterrichtung besucht hast (§ 4 Abs. 1 Nr. 4 GastG); Berlin nennt drei bis fünf Wochen Bearbeitung. Übernimmst du dort einen bestehenden Betrieb, kann dir die Behörde bis zur Erlaubnis eine vorläufige Erlaubnis auf Widerruf erteilen, in der Regel für höchstens drei Monate (§ 11 GastG). Bis die Erlaubnis da ist, darfst du dort mit Speisen und alkoholfreien Getränken öffnen, das ist erlaubnisfrei (§ 2 Abs. 2 GastG). In Baden-Württemberg gibt es keine Erlaubnis mehr: Du zeigst das Restaurant über die Gewerbeanzeige an, in der Regel sechs Wochen vor Betriebsbeginn, mit dem Unterrichtungsnachweis der IHK (Kurs höchstens sechs Stunden); bei einer Betriebsübernahme kann die Gemeinde von der Frist absehen, frag das am ersten Tag (Factsheet des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg). Hessen verlangt die Anzeige sechs Wochen vor dem Alkoholausschank, Brandenburg vier Wochen; alle Länder unter Gaststättenerlaubnis. Der zweite Termin ist die Erstbelehrung beim Gesundheitsamt: Die Bescheinigung darf beim Start höchstens drei Monate alt sein (§ 43 IfSG).

WannSchritt
Tag 1 bis 2Übernahme- oder Mietvertrag unterschreiben (die Finanzierung steht vorher); Termine buchen: IHK-Unterrichtung, Belehrung beim Gesundheitsamt für dich und das Team; Führungszeugnis und Gewerbezentralregisterauszug beantragen, wo die Erlaubnis sie verlangt; Gewerbeamt nach der Anzeigefrist fragen; bestellen, was fehlt: Kasse mit TSE, Lebensmittel, Getränke, Wäsche; Betriebsnummer beantragen (Arbeitgeber werden)
Woche 1Gaststättenerlaubnis beantragen oder Gaststätte anzeigen; Gewerbe anmelden (in Baden-Württemberg ist das die Anzeige); Lebensmittelbetrieb registrieren; Küche, Kühlung und Abluft reinigen und prüfen, Wartungs- und Entleerungsnachweise des Fettabscheiders vom Vorbetreiber übernehmen; kleine Startkarte mit Allergenen und Preisangaben; Arbeitsverträge mit dem Team
Woche 2Belehrungen erledigt; Probeläufe mit dem Team; Öffnen- und Schließroutinen festlegen (Routinen); GEMA anmelden, falls Musik läuft; Sofortmeldung für jeden Mitarbeiter spätestens bei Arbeitsaufnahme; Soft Opening, in den Ländern mit Bundes-GastG notfalls ohne Alkohol
Woche 3 und danachAlkohol auf die Karte, sobald Erlaubnis oder Anzeigefrist durch sind; Berufsgenossenschaft binnen einer Woche nach Beginn; Kasse binnen eines Monats dem Finanzamt melden; Fragebogen zur steuerlichen Erfassung binnen eines Monats nach Eröffnung; Außengastronomie beantragen; Karte, Öffnungszeiten und Team erweitern

Soft Opening heißt: kleine Karte, kürzere Öffnungszeiten, keine Werbung. So kommt vom ersten Tag an Geld herein, und du festigst in den ersten Wochen die Abläufe zwischen Küche und Service: wer welchen Posten übergibt, wie das Schließen der Küche läuft, wie lange die Vorbereitung dauert. Erst dann erweiterst du Karte und Zeiten. In Gastronario planst du die Schichten für Küche und Theke getrennt, legst die Öffnen- und Schließroutinen an und passt sie in diesen Wochen so oft an, wie der Betrieb es verlangt; die Stempeluhr am Tablet zeichnet die Arbeitszeit ab der ersten Schicht auf (Aufzeichnungspflicht nach dem Mindestlohngesetz).

Weg 2: Neubau, Umbau oder Nutzungsänderung

Waren die Räume vorher keine Gaststätte oder baust du die Küche um, rechne mit Monaten (Annahme: sechs bis zwölf). Die langen Posten sind nicht die Formulare, sondern Küchenumbau, Abluft und Fettabscheider: Dafür brauchst du einen Fachplaner, den Entwässerungsantrag bei der Gemeinde, Handwerker und oft eine baurechtliche Freigabe (Nutzungsänderung, Dauer je Bauaufsicht), dazu die Lieferzeiten der Küchentechnik (siehe Abschnitt zu Küche und Abluft). Erst das Bauamt, dann der Mietvertrag. Die Behördenschritte aus der Tabelle oben legst du in die letzten Wochen vor der Eröffnung, in derselben Reihenfolge; nur IHK-Unterrichtung und Gaststättenerlaubnis oder -anzeige erledigst du so früh, wie die Frist deines Landes es verlangt.

Die vollständige Reihenfolge aller Behördengänge, auch der Schritte, die jede Gastronomie betreffen, steht in der Gründer-Checkliste.

Welche Genehmigungen braucht ein Restaurant zusätzlich?

Zusätzlich zu Gewerbeanmeldung, Lebensmittelregistrierung und TSE braucht ein Restaurant drei Dinge, die ein Café ohne Alkohol und ohne Vollküche nicht braucht: die Gaststättenerlaubnis oder -anzeige wegen des Alkoholausschanks, die Freigabe der Küchenabluft im Bauverfahren und die Zustimmung der Gemeinde zum Fettabscheider. Was für jede Gastronomie gilt, findest du verlinkt in der Gründer-Checkliste; hier steht nur das Restaurant-Spezifische.

Gaststättenerlaubnis mit Alkohol

Nach Bundesrecht braucht, wer alkoholische Getränke ausschenkt, eine Erlaubnis; für alkoholfreie Getränke und zubereitete Speisen ist sie nicht nötig (§ 2 GastG). Ein Restaurant mit Wein und Bier fällt also unter die Erlaubnispflicht. Das Gaststättenrecht ist aber Landesrecht, und die Länder haben es unterschiedlich ausgestaltet. Mehrere Länder, darunter Baden-Württemberg seit dem 1. Januar 2026, verlangen statt der Erlaubnis nur noch eine Anzeige.

BundeslandVerfahrenFrist und NachweiseQuelle
Baden-WürttembergAnzeige über die Gewerbeanzeige statt Erlaubnis, mit und ohne Alkohol (§ 2 Abs. 1 LGastG)in der Regel sechs Wochen vor Betriebsbeginn, bei Betriebsübernahme kann die Gemeinde von der Frist absehen; Unterrichtungsnachweis der IHK oder Abschlusszeugnis aus der VwV-Liste beilegenFactsheet des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg
BerlinErlaubnis nach §§ 2, 4 GastGdrei bis fünf Wochen Bearbeitung; Führungszeugnis, Gewerbezentralregisterauszug, IHK-Unterrichtungsnachweis, Mietvertrag, Grundrissservice.berlin.de
alle übrigen LänderErlaubnis oder Anzeige je Landesgesetzsiehe ThemenseiteGaststättenerlaubnis je Bundesland

In den Ländern mit Bundes-GastG gehört die IHK-Unterrichtung dazu: Nach § 4 Abs. 1 Nr. 4 GastG wird die Erlaubnis versagt, wenn du nicht per IHK-Bescheinigung nachweist, über die lebensmittelrechtlichen Grundzüge unterrichtet worden zu sein. Baden-Württemberg verlangt den Nachweis zu jeder Anzeige, auch ohne Alkohol; der Kurs dauert höchstens sechs Stunden, und ohne Nachweis ist die Anzeige unvollständig: Die Behörde kann den Betrieb untersagen, bis sie vollständig ist (§ 2 Abs. 4 LGastG), und es ist eine Ordnungswidrigkeit (§ 11 Abs. 1 LGastG). Befreit ist, wer eine Ausbildung hat, die die Grundzüge des Lebensmittelrechts vermittelt (Liste in der VwV Gaststättenunterrichtung). Die Unterrichtung kostet bei der IHK Südlicher Oberrhein 90 €, andere IHKs nehmen andere Gebühren.

Küche: Bau- und Entwässerungsrecht

Die Abluftanlage einer gewerblichen Küche wird im Bauverfahren geprüft, und ihr Betrieb ist Arbeitsschutz: In Arbeitsräumen muss ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein, raumlufttechnische Anlagen müssen jederzeit funktionsfähig sein und Störungen selbsttätig anzeigen (Anhang 3.6 ArbStättV). Für fetthaltiges Abwasser verlangen die Gemeinden in ihren Entwässerungssatzungen einen Fettabscheider; in München etwa nach § 15 der Entwässerungssatzung, ausgeführt nach DIN EN 1825 und DIN 4040-100 (Landeshauptstadt München). Beides ist Landes- beziehungsweise Ortsrecht: Welche Behörde zuständig ist und ob du einen Bauantrag oder nur eine Anzeige brauchst, hängt von der Landesbauordnung und der Satzung deiner Gemeinde ab. Technik und Wartung stehen im Abschnitt zu den Besonderheiten weiter unten.

Welche Ausstattung braucht ein Restaurant und was kostet sie?

Ein Restaurant braucht eine Produktionsküche mit Abluft, Kühlung und Spültechnik, einen Gastraum mit Theke und eine Kasse mit TSE; die Beispielrechnung dafür liegt zwischen rund 80.000 und 240.000 € netto. Die Spannen unten sind Annahmen für 80 Plätze und Neuware; gebrauchte Großküchentechnik aus Betriebsauflösungen und Leasing drücken den Betrag deutlich.

BereichPostenSpanneAnnahme
KücheHerdblock oder Induktionsfeld, Kombidämpfer, Fritteuse, Grillplatte20.000 bis 60.000 €Neuware, mittlere Leistungsklasse
KücheKühlhaus oder Kühlschränke, Tiefkühlung8.000 bis 25.000 €begehbares Kühlhaus am oberen Rand
KücheHaubenspülmaschine, Gläserspüler, Spülstraße6.000 bis 20.000 €ohne Wasseraufbereitung
KücheArbeitstische, Regale, Kleingeräte, Töpfe, Messer6.000 bis 15.000 €Edelstahl
AbluftHaube mit Aerosolabscheidern, Kanal, Ventilator, Zuluft7.000 bis 28.000 €abhängig vom Leitungsweg; über Fritteuse und Grill nur flammendurchschlagsichere Abscheider
AbwasserFettabscheider nach DIN EN 1825 inklusive Einbau3.000 bis 12.000 €Nenngröße nach Essenszahl, Erdeinbau teurer
GastraumTische, Stühle, Theke, Beleuchtung, Textilien25.000 bis 60.000 €80 Plätze
GastraumMalerarbeiten, Boden, Sanitär-Instandsetzung5.000 bis 20.000 €Räume waren schon Gaststätte
KasseKassensystem mit TSE, Bondrucker für Küche und Theke, Kartenterminal, Tablet für Stempeluhr1.000 bis 3.000 €Mietmodelle möglich
Summerund 80.000 bis 240.000 €Beispielrechnung

Zwei Punkte sparen später Geld: Kaufe die Haube nicht ohne den Fachplaner, der auch die Zuluft rechnet, denn eine Abluft ohne Zuluft zieht Falschluft durch jede Tür. Und lass dir beim Fettabscheider die Nenngröße vom Einbauer schriftlich bestätigen, weil die Gemeinde sie bei der Abnahme prüft.

Was muss ich erledigen, bevor der erste Koch anfängt?

Bevor der erste Mitarbeiter in Küche oder Service steht, brauchst du eine Betriebsnummer, die Sofortmeldung spätestens bei Arbeitsaufnahme und eine Zeiterfassung ab der ersten Stunde. Diese drei Dinge gelten in der Gastronomie strenger als in anderen Branchen, weil der Zoll sie bei Kontrollen zuerst abfragt.

PflichtWas genauFristGrundlage
Betriebsnummerfür jeden Beschäftigungsbetrieb online beim Betriebsnummern-Service beantragen, Vergabe in der Regel ohne Bearbeitungszeitvor der ersten MeldungBundesagentur für Arbeit
SofortmeldungName, Versicherungsnummer, Betriebsnummer und Tag der Beschäftigungsaufnahme an die Datenstelle der Rentenversicherung; gilt ausdrücklich für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbespätestens bei Aufnahme der Beschäftigung§ 28a Abs. 4 SGB IV
Ausweis-HinweisMitarbeiter im Gaststättengewerbe müssen Personalausweis oder Pass bei der Arbeit mitführen; du musst sie vor Arbeitsbeginn nachweislich und schriftlich darauf hinweisen und den Hinweis aufbewahrenvor Arbeitsbeginn§ 2a SchwarzArbG
Arbeitszeit aufzeichnenBeginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit für jeden Mitarbeiter, auch Minijobberspätestens am siebten Kalendertag nach dem Arbeitstag, zwei Jahre aufbewahren§ 17 MiLoG
IfSG-BelehrungBescheinigung des Gesundheitsamts, nicht älter als drei Monate; danach alle zwei Jahre Folgebelehrung durch dich, dokumentiert und im Betrieb verfügbarvor der ersten Tätigkeit mit Lebensmitteln§ 43 IfSG
Hygieneschulungwer leicht verderbliche Lebensmittel herstellt oder behandelt, braucht Fachkenntnisse nach Anlage 1 LMHV; eine Koch- oder Fachausbildung gilt als Nachweisvor der ersten Tätigkeit§ 4 LMHV

Minijobber sind im Restaurant die typische erste Aushilfe. Die Minijob-Grenze liegt 2026 bei 603 € im Monat, der Mindestlohn bei 13,90 € je Stunde; aus beidem ergibt sich die Stundenzahl, die ein Minijobber im Monat höchstens arbeiten darf. Die Aufzeichnungspflicht nach § 17 MiLoG gilt für Minijobber genauso wie für Vollzeitkräfte, ausgenommen sind nur Minijobs in Privathaushalten. Wie du den ersten Minijobber Schritt für Schritt anmeldest, steht in der Checkliste Minijobber einstellen; was bei einer Zollkontrolle geprüft wird und was Schwarzarbeit kostet, unter Schwarzarbeit in der Gastronomie. Die Dokumentationspflicht im Detail erklärt Mindestlohn-Dokumentation, die Arbeitgeberanmeldungen insgesamt Arbeitgeber werden in der Gastronomie.

Mit Gastronario stempeln Mitarbeiter per PIN am Tablet, die Aufzeichnung nach MiLoG entsteht dabei von selbst, und die Minijob-Grenzwarnung meldet dir, bevor ein Monat über die Grenze läuft.

Was ist bei einem Restaurant anders als bei Café oder Imbiss?

Ein Restaurant hat eine Vollküche, schenkt Alkohol aus und beschäftigt zwei Teams mit verschiedenen Rhythmen. Daraus folgen vier Besonderheiten: Abluft und Fettabscheider, Allergene auf einer wechselnden Karte, Arbeitszeitregeln für Küche und Service und das Trinkgeld.

Küchenabluft und Fettabscheider

Die Abluft muss die Wrasen aus Hitze, Wasserdampf und Fett sicher erfassen und aus dem Gebäude führen, und zwar mit wirksamen Aerosolabscheidern in der Haube, bevor die Luft ins Leitungssystem gelangt. Über Fritteusen und Grillplatten sind nur geprüfte flammendurchschlagsichere Abscheider zulässig; Gestrickfilter allein reichen nicht, weil die Fettablagerungen im Kanal eine gefährliche Brandlast bilden (BGN, Abluftanlagen). Die Auslegung richtet sich nach VDI 2052 und DIN EN 16282; die VDI 2052 gilt ab einer Gesamtanschlussleistung der wärme- und feuchteabgebenden Geräte von 25 kW, darunter wird eine Abluftanlage nur empfohlen (VDI 2052, DIN Media). Ein Restaurantherd mit Kombidämpfer liegt fast immer darüber.

Der Fettabscheider ist Pflicht aus der Entwässerungssatzung deiner Gemeinde, nicht aus einem Bundesgesetz. Die Werte aus München zeigen, worauf du dich einstellen musst:

PunktRegelung in MünchenQuelle
Pflichtfür gewerbliche Küchen grundsätzlich; Verzicht bei weniger als 30 Essen am TagLandeshauptstadt München
Ausführungnach DIN EN 1825 und DIN 4040-100ebenda
Entleerungalle zwei Wochen, mindestens einmal im Monatebenda
Generalinspektionalle fünf Jahre durch fachkundige, betreiberunabhängige Personenebenda
Grenzwert am Ablauf300 mg/l schwerflüchtige lipophile Stoffeebenda

Andere Gemeinden setzen andere Intervalle und Schwellen; frag beim Entwässerungsbetrieb nach dem Merkblatt, bevor der Einbauer bestellt.

Allergene auf der Karte

Für lose abgegebene Speisen musst du die 14 Stoffe aus Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung kennzeichnen: glutenhaltige Getreide, Krebstiere, Eier, Fische, Erdnüsse, Sojabohnen, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen, Schwefeldioxid und Sulfite, Lupine und Weichtiere (LGL Bayern). Erlaubt sind Schilder am Produkt, die Speisekarte, ein Aushang oder ein elektronisches Angebot; die mündliche Auskunft durch das Personal ist zulässig, wenn eine schriftliche oder elektronische Dokumentation der Zutaten vorliegt und Behörde wie Gast sie auf Nachfrage einsehen können (§ 4 LMIDV). Bei einer wechselnden Tageskarte ist die Dokumentation in der Küche der Weg, der die Karte frei hält. Details unter Allergenkennzeichnung in der Gastronomie.

Personal in Küche und Service

Küche und Service arbeiten im Restaurant in geteilten Diensten mit Mittags- und Abendgeschäft, und genau dort reißen Arbeitszeitregeln am häufigsten.

RegelInhaltGrundlage
Höchstarbeitszeit8 Stunden werktäglich, bis 10 Stunden mit Ausgleich auf 8 im Schnitt innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen§ 3 ArbZG
Pausen30 Minuten ab mehr als 6 Stunden, 45 Minuten ab mehr als 9 Stunden, teilbar in Abschnitte von mindestens 15 Minuten§ 4 ArbZG
Ruhezeit11 Stunden; in Gaststätten Kürzung auf 10 Stunden erlaubt, wenn eine andere Ruhezeit im Kalendermonat oder in vier Wochen auf 12 Stunden verlängert wird§ 5 ArbZG
Mehrarbeit aufzeichnenalles über 8 Stunden am Tag, zwei Jahre aufbewahren§ 16 Abs. 2 ArbZG
Jugendlichehöchstens 8 Stunden am Tag und 40 in der Woche; im Gaststättengewerbe dürfen über 16-Jährige bis 22 Uhr arbeiten§ 8 und § 14 JArbSchG

Die Zehn-Stunden-Ruhezeit ist das, was den Abendservice am Samstag und die Frühschicht am Sonntag rechnerisch möglich macht; der Ausgleich auf 12 Stunden muss dann aber im selben Monat stehen. Die Gastro-Regeln im Zusammenhang erklärt Arbeitszeitgesetz in der Gastronomie, die Ruhezeit Ruhezeit in der Gastronomie. Gastronario prüft Pausen, Ruhezeiten und Höchstarbeitszeit im Dienstplan, bevor die Schicht gestempelt wird.

Trinkgeld

Trinkgeld, das Gäste deinen Mitarbeitern freiwillig und ohne Rechtsanspruch zusätzlich zum Rechnungsbetrag geben, ist für die Mitarbeiter steuerfrei (§ 3 Nr. 51 EStG). Was für dich als Inhaber gilt, wie du einen Tronc verteilst und wie Kartentrinkgeld in der Kasse zu buchen ist, steht unter Trinkgeld versteuern in der Gastronomie.

Wie wähle ich Kaffee und Röster für mein Restaurant?

Wähle den Röster nach fünf Kriterien: Röstprofil zu deiner Karte, Preis je Kilogramm, Lieferrhythmus, Schulung deines Teams und die Frage, ob du die Maschine kaufst oder über den Röster beziehst. Der Kaffee nach dem Essen ist im Restaurant der letzte Eindruck und eine der Positionen mit dem höchsten Rohertrag je Tasse; er verdient dieselbe Sorgfalt wie die Weinkarte.

KriteriumWorauf es ankommt
RöstprofilEspresso nach dem Menü verträgt eine dunklere, schokoladige Röstung; für Filterkaffee zum Dessert passt ein helleres Profil. Lass dir Muster für genau deine Maschine ziehen, nicht im Showroom des Rösters.
Preis je kgAnnahme: Großrösterei im Gastro-Vertrieb etwa 15 bis 25 € je kg, kleine Spezialitätenrösterei etwa 28 bis 45 € je kg. Rechne auf die Tasse um: bei 8 g je Espresso liegen 10 € Unterschied je kg bei 8 Cent je Tasse.
LieferrhythmusGeröstete Bohnen sind etwa vier bis acht Wochen nach Röstdatum am besten; ein Röster, der zweiwöchentlich liefert, hält dich in diesem Fenster. Frag nach Mindestbestellmenge und Lieferkosten.
Schulung des TeamsMahlgrad, Dosierung und Milchschaum entscheiden mehr als die Bohne. Gute Röster schulen vor Ort und kommen nach dem Start noch einmal. Kläre, ob die Schulung im Preis steckt.
Maschine kaufen, leasen oder LeihmaschineKaufen ist langfristig am günstigsten, bindet aber Kapital. Leasing verteilt die Kosten. Eine Leihmaschine des Rösters kostet nichts, bindet dich aber an seine Bohnen zu seinem Preis; lies die Mindestabnahme und die Laufzeit im Vertrag, bevor du unterschreibst.

Egal wie du dich entscheidest: Lass dir Preis je kg, Röstdatum auf dem Beutel und Wartung der Maschine schriftlich zusagen.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Restaurant eine Gaststättenerlaubnis?
Nach § 2 des Gaststättengesetzes brauchst du eine Erlaubnis, sobald du alkoholische Getränke ausschenkst; nur alkoholfreie Getränke und zubereitete Speisen sind erlaubnisfrei. Ein Restaurant mit Wein und Bier ist also erlaubnispflichtig. Das Gaststättenrecht ist aber Landesrecht: Baden-Württemberg verlangt seit dem 1. Januar 2026 nur noch eine Anzeige mindestens sechs Wochen vor Betriebsbeginn, Berlin erteilt weiterhin eine Erlaubnis. Welche Regel in deinem Bundesland gilt, steht auf unserer Themenseite zur Gaststättenerlaubnis.
Wie lange dauert es, ein Restaurant zu eröffnen?
Rechne mit sechs bis zwölf Monaten vom Mietvertrag bis zum ersten Gast. Die Behördenschritte selbst sind kürzer: Berlin bearbeitet die Gaststättenerlaubnis in drei bis fünf Wochen, Baden-Württemberg verlangt die Anzeige sechs Wochen vor Betriebsbeginn. Die Zeit geht in Küchenumbau, Abluft und Fettabscheider, weil dafür Fachplaner, Handwerker und oft eine baurechtliche Freigabe nötig sind.
Brauche ich für mein Restaurant einen Fettabscheider?
In der Regel ja. Die Pflicht steht nicht in einem Bundesgesetz, sondern in der Entwässerungssatzung deiner Gemeinde. München etwa verlangt für gewerbliche Küchen grundsätzlich einen Fettabscheider nach DIN EN 1825 und DIN 4040-100, verzichtet aber bei weniger als 30 Essen am Tag. Entleerung alle zwei Wochen, mindestens monatlich, und eine Generalinspektion alle fünf Jahre sind dort die Vorgaben. Frag vor dem Einbau beim Entwässerungsbetrieb deiner Stadt nach dem Merkblatt.
Muss ich die Allergene auf der Speisekarte angeben?
Du musst die 14 Allergene aus Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung für jede Speise kenntlich machen, aber nicht zwingend auf der Karte. § 4 LMIDV erlaubt Schilder, die Speisekarte, einen Aushang, ein elektronisches Angebot oder die mündliche Auskunft des Personals. Für die mündliche Auskunft brauchst du eine schriftliche oder elektronische Dokumentation der Zutaten, die Gäste und Behörde auf Nachfrage einsehen können.
Was muss ich tun, bevor der erste Koch bei mir anfängt?
Betriebsnummer beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit beantragen, Sofortmeldung spätestens bei Arbeitsaufnahme an die Rentenversicherung senden, den Mitarbeiter schriftlich auf die Pflicht hinweisen, seinen Ausweis bei der Arbeit mitzuführen, und die Arbeitszeit ab dem ersten Tag aufzeichnen. Dazu kommen die Bescheinigung des Gesundheitsamts nach § 43 Infektionsschutzgesetz, nicht älter als drei Monate, und der Nachweis der Hygienefachkenntnisse nach § 4 LMHV, den eine Kochausbildung ersetzt.
Darf ich in Küche und Service Minijobber einsetzen?
Ja, Minijobber sind im Restaurant die häufigste Aushilfsform. Die Grenze liegt 2026 bei 603 € im Monat, der Mindestlohn bei 13,90 € je Stunde. Für Minijobber gelten dieselben Pflichten wie für alle anderen Mitarbeiter: Sofortmeldung, Arbeitszeitaufzeichnung nach § 17 MiLoG innerhalb von sieben Tagen und Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz. Behalte die Monatssumme im Blick, denn ein Monat über der Grenze kann den Minijob kippen.
Ist Trinkgeld für meine Mitarbeiter steuerfrei?
Ja. Trinkgeld, das Gäste einem Mitarbeiter freiwillig, ohne Rechtsanspruch und zusätzlich zum Rechnungsbetrag geben, ist nach § 3 Nr. 51 EStG steuerfrei, ohne Obergrenze. Für dich als Inhaber gilt das nicht: Trinkgeld an den Unternehmer ist Betriebseinnahme. Wie Kartentrinkgeld und ein gemeinsamer Trinkgeldtopf richtig laufen, steht in unserem Artikel zum Trinkgeld in der Gastronomie.
Kann ich ein Restaurant ohne Kochausbildung eröffnen?
Ja. Das Gaststättengesetz verlangt keinen Berufsabschluss, sondern persönliche Zuverlässigkeit, geeignete Räume und die Bescheinigung der IHK über die Unterrichtung in lebensmittelrechtlichen Grundzügen (§ 4 Abs. 1 Nr. 4 GastG). Wer in der Küche leicht verderbliche Lebensmittel bearbeitet, braucht Fachkenntnisse nach § 4 LMHV; ohne Ausbildung weist du sie durch eine Schulung nach. Die Qualität in der Küche ist dann eine Frage des Kochs, den du einstellst.

Quellen

Stand: Oktober 2026 · Verantwortlich: Rico Klatte

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