Eine Bar eröffnen: Schritt für Schritt
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Kurzantwort
Eine kleine Bar mit etwa 60 Quadratmetern kostet in unserer Beispielrechnung rund 55.000 bis 130.000 Euro bis zur Eröffnung, inklusive drei Monaten Liquiditätsreserve. Übernimmst du eine eingerichtete Bar, setzt die Erlaubnis oder Anzeige für den Alkoholausschank den Termin: In Berlin dauert die Bearbeitung drei bis fünf Wochen, in Baden-Württemberg ist die Anzeige in der Regel sechs Wochen vorher fällig, bei einer Übernahme kann die Gemeinde darauf verzichten; dann sind 1 bis 3 Wochen bis zum Soft Opening machbar. Mit Umbau, Lüftung oder Nutzungsänderung rechne mit Monaten (Annahme: vier bis sechs). Die drei Genehmigungen, die eine Bar von anderen Gastronomiebetrieben unterscheiden: die Gaststättenerlaubnis oder Gaststättenanzeige für den Alkoholausschank (je nach Bundesland), die Sperrzeit deiner Gemeinde und die GEMA-Lizenz für Musik. Dazu kommen die Pflichten, die jede Gastronomie trifft: Gewerbeanmeldung, Registrierung als Lebensmittelbetrieb, Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und eine Kasse mit TSE.
Wie viel kostet es, eine Bar zu eröffnen?
In unserer Beispielrechnung kostet eine Bar mit 60 Quadratmetern und rund 30 Sitzplätzen in einer Mittelstadt zwischen 55.000 und 130.000 Euro bis zur Eröffnung. Der größte Posten ist nicht der Tresen, sondern der Umbau: Lüftung, Sanitär und Elektrik entscheiden, ob aus einem Ladenlokal eine Bar werden darf.
Beispielrechnung (Annahme: 60 m², 30 Sitzplätze, Mittelstadt, Kaltmiete 2.000 bis 4.000 Euro, teils gebrauchte Ausstattung). Alle Beträge netto, ohne Umsatzsteuer.
| Posten | Spanne | Quelle oder Annahme |
|---|---|---|
| Kaution (3 Monatsmieten) und 2 Monate Miete vor Eröffnung | 10.000 bis 20.000 € | Annahme: 2.000 bis 4.000 € Kaltmiete |
| Umbau: Lüftung, Sanitär, Elektrik, Brandschutz | 15.000 bis 40.000 € | Annahme, stark abhängig vom Zustand des Lokals |
| Tresen, Rückbuffet, Kühlung, Schankanlage | 10.000 bis 25.000 € | Annahme, siehe Abschnitt Ausstattung |
| Möbel, Licht, Tonanlage | 5.000 bis 12.000 € | Annahme |
| Kasse mit TSE | 500 bis 2.000 € | Annahme, Pflicht nach Kassensicherungsverordnung |
| Gläser, Barwerkzeug, erste Getränkebestellung | 4.000 bis 8.000 € | Annahme |
| Führungszeugnis und Auskunft aus dem Gewerbezentralregister | je 13 € | Kostenverzeichnis zum JVKostG, Nr. 1130 und 1132 |
| Gaststättenunterrichtung bei der IHK | etwa 58 € | Beispiel SIHK Hagen, Gebühr je IHK unterschiedlich |
| Gewerbeanmeldung, Gaststättenerlaubnis oder Anzeige | je Gemeinde unterschiedlich | Gebührensatzung deiner Gemeinde, vorher erfragen |
| GEMA, Hintergrundmusik vom Tonträger bis 100 m² | ab 29,51 € im Monat | GEMA Tarifübersicht Gaststätten 2026 |
| Liquiditätsreserve für 3 Monate | 10.000 bis 20.000 € | Annahme: Miete, Personal, Ware ohne ausreichenden Umsatz |
Die Beispielrechnung ersetzt keinen Finanzplan. Wie du Eigenkapital, Bankkredit und Förderdarlehen kombinierst, steht unter Finanzierung in der Gastronomie; welche Steuern dich ab dem ersten Tag treffen, unter Steuern bei der Gründung.
Wie lange dauert es, bis die Bar eröffnet ist?
Übernimmst du eine eingerichtete Bar, bestimmt die Erlaubnis oder Anzeige für den Alkoholausschank den Eröffnungstag, nicht die Einrichtung: Wo die Gemeinde bei einer Übernahme auf die Frist verzichtet oder die Erlaubnis schnell kommt, sind 1 bis 3 Wochen bis zum Soft Opening machbar, sonst setzt die Frist deines Landes den Termin. Mit Umbau, Lüftung oder Nutzungsänderung dauert es Monate (Annahme: vier bis sechs).
Weg 1: Übernahme einer eingerichteten Bar mit Soft Opening
Eine Bar kann anders als ein Café oder Restaurant nicht ohne Alkohol vorab öffnen; der Ausschank ist das Geschäft. Deshalb ist der ehrliche Engpass die Erlaubnis oder Anzeige. In den Ländern mit Bundes-GastG (Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Berlin bis 7. Januar 2027) brauchst du die Erlaubnis, und die braucht die Bescheinigung der IHK-Unterrichtung (§ 4 Abs. 1 Nr. 4 GastG); Berlin nennt drei bis fünf Wochen Bearbeitung. Übernimmst du dort einen bestehenden Betrieb, kann dir die Behörde bis zur Erlaubnis eine vorläufige Erlaubnis auf Widerruf erteilen, in der Regel für höchstens drei Monate (§ 11 GastG). In Baden-Württemberg zeigst du die Bar über die Gewerbeanzeige an, in der Regel sechs Wochen vor Betriebsbeginn, mit dem Unterrichtungsnachweis (Kurs höchstens sechs Stunden); bei einer Betriebsübernahme kann die Gemeinde von der Frist absehen, frag das am ersten Tag (Factsheet des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg). Hessen verlangt die Anzeige sechs Wochen vorher, Brandenburg vier Wochen; alle Länder unter Gaststättenerlaubnis. Der zweite Termin ist die Erstbelehrung beim Gesundheitsamt: Die Bescheinigung darf beim Start höchstens drei Monate alt sein (§ 43 IfSG). Die übrigen Behördenschritte dauern Tage; die Gewerbeanmeldung ist erst mit dem Betriebsbeginn fällig (§ 14 GewO).
| Wann | Schritt |
|---|---|
| Tag 1 bis 2 | Übernahme- oder Mietvertrag unterschreiben (die Finanzierung steht vorher, Rechtsform und Steuerfragen sind geklärt); Termine buchen: IHK-Unterrichtung, Belehrung beim Gesundheitsamt; Führungszeugnis und Auskunft aus dem Gewerbezentralregister beantragen; Gewerbeamt nach der Frist für Erlaubnis oder Anzeige fragen; bestellen, was fehlt: Kasse mit TSE, Spirituosen, Gläser, Eis; Betriebsnummer beantragen (Arbeitgeber werden) |
| Woche 1 | Unterrichtung besucht, dann Gaststättenerlaubnis beantragen oder Gaststättenanzeige abgeben (in Baden-Württemberg zusammen mit der Gewerbeanmeldung); Lebensmittelbetrieb registrieren; Sperrzeit deiner Gemeinde prüfen; Theke, Kühlung und Lüftung reinigen und prüfen; kleine Startkarte mit Preisaushang und Allergenkennzeichnung; Jugendschutz-Aushang; Arbeitsverträge mit dem Team |
| Woche 2 | Belehrungen erledigt; GEMA anmelden, bevor die erste Musik läuft; Öffnen- und Schließroutinen festlegen (Routinen); Probeabend mit Freunden |
| Sobald Erlaubnis oder Anzeigefrist durch sind | Gewerbe anmelden, falls noch nicht geschehen (spätestens mit Betriebsbeginn); Sofortmeldung für jeden Mitarbeiter spätestens bei Arbeitsaufnahme; Soft Opening |
| 1 bis 4 Wochen nach dem Start | Berufsgenossenschaft binnen einer Woche nach Beginn; Kasse binnen eines Monats dem Finanzamt melden; Fragebogen zur steuerlichen Erfassung binnen eines Monats; Außenbereich beantragen; Karte, Öffnungszeiten und Team erweitern |
Soft Opening heißt: kleine Karte, weniger Abende pro Woche, keine Werbung. So kommt vom ersten Abend an Geld herein, und du festigst in den ersten Wochen die Abläufe: wer die Theke abends abrechnet, wer die Kühlung prüft, wie lange das Schließen bis zur Sperrzeit dauert. Erst dann erweiterst du Karte und Zeiten. In Gastronario legst du die Öffnen- und Schließroutinen an und passt sie in diesen Wochen so oft an, wie der Betrieb es verlangt; die Stempeluhr am Tablet zeichnet die Arbeitszeit ab der ersten Schicht auf, und die ArbZG-Prüfung zeigt dir, wenn Nachtschichten die Ruhezeit verletzen (Ruhezeit in der Gastronomie).
Weg 2: Neubau, Umbau oder Nutzungsänderung
Ist das Lokal bisher ein Laden oder Büro oder baust du um, rechne mit Monaten (Annahme: vier bis sechs, mit Nutzungsänderung länger). Die Zeit geht nicht in Formulare, sondern in drei Posten: das Bauamt (Nutzungsänderung, Dauer je Bauaufsicht), die Lüftung und der Schallschutz mit Handwerkern und Fachplanern und die Lieferzeiten für Theke und Kühlung. Erst das Bauamt, dann der Mietvertrag. Die Behördenschritte aus der Tabelle oben legst du in die letzten Wochen vor der Eröffnung, in derselben Reihenfolge; IHK-Unterrichtung und Erlaubnis oder Anzeige erledigst du so früh, wie die Frist deines Landes es verlangt.
Die Reihenfolge ist nicht beliebig: Die Gaststättenerlaubnis braucht die Unterrichtungsbescheinigung der IHK, und die Sofortmeldung deiner ersten Mitarbeiter braucht die Betriebsnummer. Die vollständige Reihenfolge aller Gründungsschritte findest du in der Gründer-Checkliste.
Welche Genehmigungen braucht eine Bar?
Eine Bar schenkt alkoholische Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle aus und ist damit eine Schankwirtschaft nach § 1 GastG. Dafür brauchst du nach § 2 GastG eine Gaststättenerlaubnis, es sei denn, dein Bundesland hat die Erlaubnis durch eine Anzeige ersetzt. Erlaubnisfrei ist nach § 2 Abs. 2 GastG nur, wer ausschließlich alkoholfreie Getränke oder zubereitete Speisen verabreicht. Für eine Bar kommt das nicht in Frage.
Erlaubnis oder Anzeige: das entscheidet dein Bundesland
Seit der Föderalismusreform ist das Gaststättenrecht Landessache. Baden-Württemberg hat zum 1. Januar 2026 die Erlaubnispflicht abgeschafft: Dort reicht die Gewerbeanzeige mit Nachweis der Gaststättenunterrichtung (IHK Stuttgart). Mehrere andere Länder haben die Erlaubnis schon früher durch eine Anzeige ersetzt. Welches Verfahren in deinem Land gilt, welche Unterlagen die Behörde verlangt und was die Erlaubnis kostet, steht auf unserer Seite zur Gaststättenerlaubnis.
| Prüfpunkt | Rechtsgrundlage | Was die Behörde sehen will |
|---|---|---|
| Zuverlässigkeit | § 4 Abs. 1 Nr. 1 GastG | Führungszeugnis, Auskunft aus dem Gewerbezentralregister (je 13 Euro) |
| Eignung der Räume | § 4 Abs. 1 Nr. 2 und 2a GastG | Grundriss, Lüftung, Toiletten, Barrierefreiheit soweit zumutbar |
| Lebensmittelrechtliche Kenntnisse | § 4 Abs. 1 Nr. 4 GastG | Bescheinigung der Gaststättenunterrichtung einer IHK |
Die Gaststättenunterrichtung ist eine Veranstaltung von wenigen Stunden; die SIHK Hagen nennt vier Stunden und 58 Euro. Nach Angaben der DIHK ist sie in Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen abgeschafft; Absolventen bestimmter Ausbildungsberufe sind ebenfalls befreit.
Was in jeder Gastronomie dazukommt
Diese Schritte gelten für Bars genauso wie für Cafés oder Imbisse, deshalb nur die Verweise: Gewerbeanmeldung, Registrierung als Lebensmittelbetrieb, Belehrung nach Infektionsschutzgesetz, Kasse mit TSE, Preisangaben, Allergenkennzeichnung, Berufsgenossenschaft. Für Tische auf dem Gehweg brauchst du eine Sondernutzungserlaubnis.
Welche Ausstattung braucht eine Bar und was kostet sie?
Das Herz einer Bar ist der Tresen mit Kühlung, Schankanlage, Gläserspüler und Eisbereiter; alles andere ist Einrichtung. In unserer Beispielrechnung (Annahme: 60 m², 6 Meter Tresen, Mittelstadt) liegt die Bar-Technik bei 10.000 bis 25.000 Euro, die Einrichtung bei weiteren 5.000 bis 12.000 Euro.
| Ausstattung | Spanne | Quelle oder Annahme |
|---|---|---|
| Tresen mit Arbeitsfläche, Spüle und Rückbuffet | 4.000 bis 10.000 € | Annahme: Schreiner oder gebraucht |
| Flaschenkühlschränke und Unterthekenkühlung | 2.000 bis 5.000 € | Annahme |
| Schankanlage (Bier, Softdrinks) mit CO2-Versorgung | 2.000 bis 6.000 € | Annahme; oft als Leihanlage über die Brauerei |
| Gläserspülmaschine | 1.000 bis 2.500 € | Annahme |
| Eisbereiter | 1.000 bis 2.500 € | Annahme |
| Sitzmöbel, Tische, Hocker | 3.000 bis 7.000 € | Annahme |
| Licht und Tonanlage | 2.000 bis 5.000 € | Annahme |
| Gläser, Barwerkzeug, Shaker, Jigger | 1.000 bis 2.000 € | Annahme |
Zwei Punkte, die bei der Schankanlage oft übersehen werden: Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) verlangt, dass Getränkeschankanlagen vor der ersten Inbetriebnahme gereinigt und desinfiziert werden und dass CO2-Flaschen in Räumen stehen, die ausreichend belüftet sind oder eine Gaswarnanlage haben (Erstickungsgefahr, Beispiel der BGN: eine 10-kg-Flasche braucht mindestens 170 m³ Raumvolumen). Außerdem muss eine zur Prüfung befähigte Person die Anlage vor Inbetriebnahme sicherheitstechnisch prüfen. Die laufenden Reinigungsintervalle stehen im Leitfaden Bar führen.
Was muss ich vor der ersten Aushilfe erledigen?
Bevor die erste Aushilfe hinter dem Tresen steht, brauchst du eine Betriebsnummer, du musst sie am ersten Arbeitstag sofort melden, und du musst ihre Arbeitszeit ab der ersten Stunde aufzeichnen. Alle drei Pflichten gelten im Gastgewerbe ohne Ausnahme, auch für Minijobber und auch für einen einzigen Abend.
| Pflicht | Rechtsgrundlage | Frist |
|---|---|---|
| Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen | § 18i SGB IV | vor der ersten Meldung zur Sozialversicherung |
| Sofortmeldung an die Datenstelle der Rentenversicherung | § 28a Abs. 4 SGB IV (Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe) | spätestens bei Aufnahme der Beschäftigung |
| Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen | § 17 MiLoG in Verbindung mit § 2a SchwarzArbG | spätestens am siebten Kalendertag nach dem Arbeitstag, zwei Jahre aufbewahren |
| Mindestlohn zahlen | § 1 MiLoG | 13,90 € je Stunde (2026) |
| Minijob-Grenze einhalten | § 8 Abs. 1a SGB IV | 603 € im Monat (2026) |
Für eine Bar heißt das konkret: Eine Aushilfe, die 13,90 € je Stunde verdient, darf 2026 im Monat etwa 43 Stunden arbeiten, bevor sie die Minijob-Grenze reißt. Drei lange Wochenendnächte reichen dafür. Wie du einen Minijobber richtig anmeldest, steht in der Checkliste Minijobber einstellen; warum die Sofortmeldung im Gastgewerbe kontrolliert wird, in Schwarzarbeit in der Gastronomie.
Die Aufzeichnung nach § 17 MiLoG ist die Pflicht, an der Gründer am häufigsten scheitern, weil sie den ersten Abend auf einem Zettel notieren und den Zettel nach einer Woche nicht mehr finden. Was der Zoll bei einer Prüfung sehen will, steht unter Mindestlohn-Dokumentation; den Weg vom Gründer zum Arbeitgeber mit allen Anmeldungen beschreibt Arbeitgeber werden in der Gastronomie.
Was ist bei einer Bar anders als bei einem Café oder Restaurant?
Eine Bar lebt von den Stunden, in denen andere Betriebe geschlossen sind, und genau dafür gibt es sechs Regelwerke, die ein Café kaum berühren: Alkoholausschank, Sperrzeit, Jugendschutz, Nachtarbeit, GEMA und Lärmschutz. Keines davon ist kompliziert, aber jedes kostet dich die Erlaubnis oder ein Bußgeld, wenn du es ignorierst.
Alkoholausschank: drei Regeln aus dem Gaststättengesetz
- Mindestens ein alkoholfreies Getränk darf nicht teurer sein als das billigste alkoholische Getränk in gleicher Menge, verglichen über den Literpreis (§ 6 GastG). Ein großes Wasser muss also günstiger sein als das kleine Bier, wenn man beide auf den Liter umrechnet.
- Keine alkoholischen Getränke an erkennbar Betrunkene (§ 20 Nr. 2 GastG). Das ist eine Pflicht deines Personals, keine Empfehlung.
- Kein Alkoholzwang: Du darfst die Abgabe alkoholfreier Getränke nicht davon abhängig machen, dass auch Alkohol bestellt wird, und ihren Preis nicht deshalb erhöhen (§ 20 Nr. 4 GastG).
Sperrzeit: Land und Gemeinde entscheiden
Die Sperrzeit ist die Zeit, in der deine Bar geschlossen sein muss. § 18 GastG ermächtigt die Landesregierungen, sie per Verordnung festzusetzen, und verlangt, dass sie für einzelne Betriebe verlängert, verkürzt oder aufgehoben werden kann. Die Länder haben davon sehr unterschiedlich Gebrauch gemacht:
| Bundesland | Allgemeine Sperrzeit | Besonderheiten | Quelle |
|---|---|---|---|
| Bayern | 5 bis 6 Uhr | Nacht zum 1. Januar ausgenommen; die Gemeinde kann den Beginn bis 19 Uhr vorverlegen, das Ende bis 8 Uhr verschieben oder die Sperrzeit befristet aufheben | §§ 7, 8 BayGastV |
| Hamburg | 5 bis 6 Uhr, Sonntag bis Donnerstag | Musikaufführungen und Veranstaltungen 24 bis 6 Uhr; Ausnahmen Silvester, 1. und 2. Mai; Aufhebung auf Antrag 55 Euro | hamburg.de, Sperrzeitverordnung |
| Hessen | 5 bis 6 Uhr | Aufgehoben in der Nacht zum 1. Januar, in den Nächten zum Freitag vor Fastnacht bis Aschermittwoch und in der Nacht zum 1. Mai; Aufhebung auf Antrag 0 bis 1.800 Euro | Hessisches Wirtschaftsministerium (FIM-Leistung 99050217044000) |
In Baden-Württemberg gilt seit 1. Januar 2026 ein neues Landesgaststättengesetz; frag beim Ordnungsamt nach, welche Sperrzeit nach der aktuellen Verordnung gilt. Für jedes andere Bundesland gilt dasselbe: Die Sperrzeit steht in der Landesverordnung, und deine Gemeinde kann sie für dein Lokal verkürzen. Wer regelmäßig über die Sperrzeit hinaus öffnen will, stellt den Antrag vor der Eröffnung, nicht nach der ersten Anzeige.
Jugendschutz: Aushang, Alter, Nachtbar
| Regel | Rechtsgrundlage |
|---|---|
| Die Vorschriften des Jugendschutzgesetzes müssen deutlich sichtbar und gut lesbar aushängen | § 3 JuSchG |
| Unter 16 Jahren nur in Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person oder zwischen 5 und 23 Uhr zum Einnehmen einer Mahlzeit oder eines Getränks | § 4 Abs. 1 Satz 1 JuSchG |
| 16 und 17 Jahre: Aufenthalt zwischen 24 und 5 Uhr nur in Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person | § 4 Abs. 1 Satz 2 JuSchG |
| Nachtbar, Nachtclub und vergleichbare Vergnügungsbetriebe: kein Zutritt für Kinder und Jugendliche | § 4 Abs. 3 JuSchG |
| Bier, Wein, Sekt nicht an unter 16-Jährige; Spirituosen und spirituosenhaltige Getränke nicht an unter 18-Jährige | § 9 Abs. 1 JuSchG |
| Tabak, E-Zigaretten und nikotinhaltige Produkte nicht an unter 18-Jährige | § 10 JuSchG |
Ob deine Bar als Nachtbar gilt, entscheidet nicht dein Name, sondern Charakter und Betriebszeit. Im Zweifel klärst du das mit der Erlaubnisbehörde, bevor du eine Türpolitik festlegst.
Nachtarbeit: § 6 ArbZG gilt ab der ersten Spätschicht
Nachtzeit ist die Zeit von 23 bis 6 Uhr; Nachtarbeit ist jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden davon umfasst (§ 2 Abs. 3 und 4 ArbZG). Eine Schicht von 20 bis 2 Uhr ist also Nachtarbeit. Wer an mindestens 48 Tagen im Jahr Nachtarbeit leistet, ist Nachtarbeitnehmer (§ 2 Abs. 5 ArbZG), und für ihn gilt § 6 ArbZG:
- Höchstens 8 Stunden am Tag, ausnahmsweise 10, wenn innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen im Durchschnitt 8 Stunden nicht überschritten werden (§ 6 Abs. 2).
- Anspruch auf arbeitsmedizinische Untersuchung vor Beginn und danach in Abständen von mindestens drei Jahren, ab 50 jährlich, auf deine Kosten (§ 6 Abs. 3).
- Ohne Tarifvertrag: eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder ein angemessener Zuschlag auf das Bruttoentgelt (§ 6 Abs. 5). Das Bundesarbeitsgericht hält regelmäßig 25 Prozent für angemessen, bei Dauernachtarbeit 30 Prozent (Urteil vom 9. Dezember 2015, 10 AZR 423/14).
Jugendliche unter 18 dürfen im Gaststättengewerbe ab 16 bis 22 Uhr arbeiten, sonst nur bis 20 Uhr (§ 14 JArbSchG). Hinter dem Tresen einer Bar sind sie damit praktisch nicht einsetzbar. Details zu Pausen, Höchstarbeitszeit und Ruhezeit stehen unter Arbeitszeitgesetz in der Gastronomie.
GEMA: Lizenz vor dem ersten Abend
Musik in der Bar ist öffentliche Wiedergabe und wird über die GEMA lizenziert. Die Tarifübersicht Gaststätten 2026 nennt für Hintergrundmusik vom Tonträger bei bis zu 100 Quadratmetern 29,51 Euro netto im Monat (Monatsvertrag), bei Radiowiedergabe 39,59 Euro, je Fernsehgerät 25,93 Euro. Veranstaltungen mit Tanz oder DJ laufen über einen eigenen Tarif ab 30,40 Euro je Veranstaltung bis 100 Quadratmeter ohne Eintritt; bei Musik vom Tonträger kommen dort 20 Prozent für die GVL (ausübende Musiker) dazu. Alle Beträge plus 7 Prozent Umsatzsteuer; Mitglieder eines Gesamtvertragspartners der GEMA bekommen 20 Prozent Nachlass. Wie du anmeldest und was bei Live-Musik gilt, steht unter GEMA in der Gastronomie.
Lärmschutz: die Nachbarn sind deine Erlaubnisbehörde
Für den Lärm, der aus deiner Bar nach draußen dringt, gelten die Immissionsrichtwerte der TA Lärm (Nr. 6.1), gemessen vor dem Fenster des nächsten Nachbarn. Nachts heißt 22 bis 6 Uhr, und es zählt die lauteste volle Nachtstunde (Nr. 6.4).
| Gebiet im Bebauungsplan | tags | nachts |
|---|---|---|
| Reines Wohngebiet | 50 dB(A) | 35 dB(A) |
| Allgemeines Wohngebiet | 55 dB(A) | 40 dB(A) |
| Kern-, Dorf- und Mischgebiet | 60 dB(A) | 45 dB(A) |
| Urbanes Gebiet | 63 dB(A) | 45 dB(A) |
| Gewerbegebiet | 65 dB(A) | 50 dB(A) |
Welches Gebiet gilt, sagt dir das Bauamt. Eine Bar in einem allgemeinen Wohngebiet muss nachts 40 dB(A) einhalten; das ist leise, und Gäste vor der Tür zählen mit. Für dein Personal gilt zusätzlich die LärmVibrationsArbSchV: Ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) musst du Gehörschutz zur Verfügung stellen, ab 85 dB(A) musst du dafür sorgen, dass er getragen wird (§§ 6 und 8). Eine Bar mit Tanzfläche kann diese Werte erreichen; ob sie es tut, zeigt nur eine Messung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.
Rauchen: Landesrecht
Der Nichtraucherschutz in Gaststätten ist Landesrecht und unterscheidet sich erheblich. Bayern verbietet das Rauchen von Tabak und Cannabis in Innenräumen von Gaststätten ohne Ausnahme für Raucherräume (Art. 3 und 6 GSG). Andere Länder lassen abgetrennte Raucherräume oder kleine Einraumkneipen zu. Lies das Nichtraucherschutzgesetz deines Landes, bevor du einen Raucherraum einplanst.
Häufige Fragen
- Brauche ich für eine Bar eine Gaststättenerlaubnis?
- Ja, in den meisten Bundesländern, weil eine Bar alkoholische Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle ausschenkt und damit eine Schankwirtschaft nach § 1 GastG ist. Erlaubnisfrei ist nach § 2 Abs. 2 GastG nur, wer ausschließlich alkoholfreie Getränke oder zubereitete Speisen abgibt. Einige Länder haben die Erlaubnis durch eine Anzeige ersetzt, Baden-Württemberg zum Beispiel seit 1. Januar 2026. Welches Verfahren bei dir gilt, erfährst du beim Ordnungsamt oder auf unserer Seite zur Gaststättenerlaubnis.
- Wie viel kostet es, eine kleine Bar zu eröffnen?
- In unserer Beispielrechnung für 60 Quadratmeter in einer Mittelstadt zwischen 55.000 und 130.000 Euro, inklusive Kaution, Umbau, Tresen und Technik, Einrichtung, Kasse und einer Liquiditätsreserve für drei Monate. Der größte Unsicherheitsfaktor ist der Umbau: Lüftung, Sanitär und Elektrik können allein 15.000 bis 40.000 Euro kosten. Die Behördengebühren sind dagegen klein, etwa je 13 Euro für Führungszeugnis und Gewerbezentralregisterauskunft und rund 58 Euro für die IHK-Unterrichtung.
- Wie lange darf meine Bar nachts geöffnet haben?
- Das regelt die Sperrzeitverordnung deines Bundeslandes, und deine Gemeinde kann sie für dein Lokal verkürzen oder verlängern. In Bayern und Hessen ist die allgemeine Sperrzeit von 5 bis 6 Uhr, in Hamburg von Sonntag bis Donnerstag 5 bis 6 Uhr, bei Musikveranstaltungen ab 24 Uhr. In der Silvesternacht ist die Sperrzeit in vielen Ländern aufgehoben. Frag vor der Eröffnung beim Ordnungsamt nach und stell den Antrag auf Verkürzung, bevor du länger öffnest.
- Darf ich Jugendliche in meine Bar lassen?
- Unter 16 nur in Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person oder zwischen 5 und 23 Uhr zum Einnehmen einer Mahlzeit oder eines Getränks; 16- und 17-Jährige zwischen 24 und 5 Uhr nur in Begleitung einer solchen Person. Wird deine Bar als Nachtbar oder Nachtclub geführt, dürfen Kinder und Jugendliche gar nicht hinein (§ 4 JuSchG). Spirituosen und spirituosenhaltige Getränke darfst du nur an Volljährige abgeben, Bier und Wein ab 16 (§ 9 JuSchG). Die Vorschriften müssen sichtbar aushängen (§ 3 JuSchG).
- Muss ich für Musik in der Bar GEMA zahlen?
- Ja, sobald du Musik öffentlich wiedergibst, egal ob vom Tonträger, aus dem Radio, per Streaming oder über ein Fernsehgerät. Nach der GEMA-Tarifübersicht Gaststätten kostet Hintergrundmusik vom Tonträger bei bis zu 100 Quadratmetern 29,51 Euro netto im Monat, Radio 39,59 Euro, je Fernsehgerät 25,93 Euro, jeweils plus 7 Prozent Umsatzsteuer. Veranstaltungen mit Tanz oder DJ werden separat je Abend abgerechnet. Melde dich vor der Eröffnung an, nicht nach dem ersten Kontrollbesuch.
- Gilt für Barpersonal das Nachtarbeitsrecht?
- Ja. Nachtzeit ist nach § 2 ArbZG die Zeit von 23 bis 6 Uhr, und jede Schicht mit mehr als zwei Stunden darin ist Nachtarbeit. Wer an mindestens 48 Tagen im Jahr nachts arbeitet, ist Nachtarbeitnehmer: Dann gelten höchstens 8 Stunden am Tag (10 mit Ausgleich), ein Anspruch auf arbeitsmedizinische Untersuchung auf deine Kosten und ohne Tarifvertrag ein angemessener Zuschlag oder freie Tage. Das Bundesarbeitsgericht hält regelmäßig 25 Prozent für angemessen, bei Dauernachtarbeit 30 Prozent.
- Wie laut darf meine Bar sein?
- Das hängt vom Gebiet im Bebauungsplan ab. Die TA Lärm nennt nachts (22 bis 6 Uhr) 35 dB(A) in reinen Wohngebieten, 40 dB(A) in allgemeinen Wohngebieten, 45 dB(A) in Misch-, Kern- und urbanen Gebieten und 50 dB(A) in Gewerbegebieten, gemessen vor dem Fenster des nächsten Nachbarn in der lautesten vollen Nachtstunde. Gäste vor der Tür zählen mit. Für dein Personal gilt zusätzlich die Lärmschutzverordnung am Arbeitsplatz ab 80 dB(A).
- Darf ich Spielautomaten in der Bar aufstellen?
- In Schankwirtschaften dürfen nach § 3 Abs. 1 SpielV höchstens zwei Geld- oder Warenspielgeräte stehen. Für das Aufstellen braucht der Aufsteller eine Erlaubnis nach § 33c GewO und die Geräte eine Bauartzulassung; in der Praxis übernimmt das ein Automatenaufsteller, der die Geräte stellt und den Erlös mit dir teilt. Beachte, dass Kinder und Jugendliche an solchen Geräten nicht spielen dürfen (§ 6 Abs. 2 JuSchG).
Quellen
- § 1 GastG, Gaststättengewerbe
- § 2 GastG, Erlaubnis
- § 4 GastG, Versagungsgründe
- § 11 GastG, Vorläufige Erlaubnis bei Übernahme
- § 6 GastG, Ausschank alkoholfreier Getränke
- § 18 GastG, Sperrzeit
- § 20 GastG, Allgemeine Verbote
- IHK Region Stuttgart, Gaststättengewerbe: neues Landesgaststättengesetz ab 2026
- DIHK, Gaststättenunterrichtung
- SIHK zu Hagen, Anmeldung Gaststättenunterrichtung
- Kostenverzeichnis zum JVKostG (Führungszeugnis, Gewerbezentralregister)
- § 14 GewO, Anzeigepflicht
- § 7 BayGastV, Sperrzeit
- § 8 BayGastV, Ausnahmen von der Sperrzeit
- Hamburg, Aufhebung der Sperrzeit nach Gaststättenrecht beantragen
- Hessen, Sperrzeit für Gaststättengewerbe: Aufhebung (FIM-Leistungsbeschreibung)
- § 3 JuSchG, Bekanntmachung der Vorschriften
- § 4 JuSchG, Gaststätten
- § 6 JuSchG, Spielhallen, Glücksspiele
- § 9 JuSchG, Alkoholische Getränke
- § 10 JuSchG, Rauchen in der Öffentlichkeit, Tabakwaren
- § 2 ArbZG, Begriffsbestimmungen
- § 6 ArbZG, Nacht- und Schichtarbeit
- BAG, Urteil vom 9. Dezember 2015, 10 AZR 423/14
- § 14 JArbSchG, Nachtruhe
- § 18i SGB IV, Betriebsnummer
- § 28a SGB IV, Meldepflicht (Sofortmeldung)
- § 17 MiLoG, Erstellen und Bereithalten von Dokumenten
- GEMA, Tarifübersicht Gaststätten, Hotels, Pensionen 2026
- TA Lärm, Nr. 6.1 Immissionsrichtwerte und Nr. 6.4 Beurteilungszeiten
- § 6 LärmVibrationsArbSchV, Auslösewerte bei Lärm
- § 8 LärmVibrationsArbSchV, Gehörschutz
- § 33c GewO, Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit
- Art. 3 Bayerisches Gesundheitsschutzgesetz, Rauchverbot
- Art. 6 Bayerisches Gesundheitsschutzgesetz, Raucherräume (nicht in Gaststätten)
- § 3 SpielV, Spielgeräte in Schankwirtschaften
- BGN, Hinweise zum sicheren und hygienegerechten Betrieb einer Getränkeschankanlage
Stand: Oktober 2026 · Verantwortlich: Rico Klatte
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Texte entstehen mit KI-Hilfe, siehe KI-Hinweis.