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Ein Café eröffnen: Schritt für Schritt

Stand:

Ein Café am Tag vor der Eröffnung: Stühle noch gestapelt, die Inhaberin poliert die Siebträgermaschine.

Kurzantwort

Ein Café ohne Alkoholausschank braucht keine Gaststättenerlaubnis, aber eine Gewerbeanmeldung (in Baden-Württemberg seit 2026 zugleich die Gaststättenanzeige mit IHK-Unterrichtungsnachweis), die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz und, wenn die Räume vorher kein Gastbetrieb waren, eine baurechtliche Nutzungsänderung. Übernimmst du ein eingerichtetes Lokal, sind 1 bis 3 Wochen bis zum Soft Opening machbar; mit Umbau oder Nutzungsänderung rechne mit Monaten (Richtwert: vier bis sechs bei leichtem Umbau). Die Beispielrechnung unten kommt für 40 m² mit 24 Sitzplätzen auf rund 45.000 bis 105.000 € Startkapital, je nach Zustand der Räume. Sobald die erste Aushilfe anfängt, gelten Sofortmeldung, Mindestlohn von 13,90 € und Aufzeichnungspflicht ab dem ersten Tag.

Wie viel kostet es, ein Café zu eröffnen?

Für ein kleines Café mit 40 m² Gastraum und 24 Sitzplätzen liegt das Startkapital in der folgenden Beispielrechnung zwischen rund 45.000 und 105.000 €. Die Spanne hängt fast nur vom Umbau ab: Wo Wasser, Abwasser, Starkstrom und Lüftung schon liegen, bleibst du am unteren Ende.

Beispielrechnung. Annahmen: 40 m² Gastraum plus kleine Küche, 24 Sitzplätze, Mittelstadt, Räume vorher Ladenlokal, kein Alkoholausschank, Kaltmiete 1.200 € im Monat. Alle Spannen ohne Quellenangabe sind Annahmen und keine Marktpreise.

PostenSpanneQuelle oder Annahme
Kaution (3 Monatsmieten) und erste Miete4.800 €Annahme: 1.200 € Kaltmiete
Umbau: Theke, Wasser und Abwasser, Elektro, Lüftung, Böden10.000 bis 40.000 €Annahme, abhängig vom Zustand der Räume
Siebträgermaschine (zwei Gruppen) und zwei Mühlen5.000 bis 12.000 €Annahme, Gastroqualität, neu
Gekühlte Kuchenvitrine2.000 bis 6.000 €Annahme
Gewerbespülmaschine2.000 bis 5.000 €Annahme
Kühlschränke, Milchkühlung, Kleingeräte2.000 bis 5.000 €Annahme
Möbel für 24 Plätze3.600 bis 9.600 €Annahme: 150 bis 400 € je Platz
Tassen, Geschirr, Besteck, Gläser1.500 bis 3.000 €Annahme
Kasse mit zertifizierter TSE500 bis 2.000 €Pflicht nach § 146a AO, Preis Annahme
Gewerbeanmeldungje Gemeinde verschiedenGewerbeanmeldung Gastronomie
Gaststättenerlaubnis (nur mit Alkohol)600 bis 3.500 € in DortmundStadt Dortmund, je Stadt anders
Sondernutzung für Tische auf dem Gehweg400 bis 500 € Verwaltungsgebühr in Köln plus Nutzungsgebühr nach TarifStadt Köln, je Stadt anders
Erstes Warenlager: Kaffee, Milch, Kuchen, Verpackung1.500 bis 3.000 €Annahme
Liquiditätsreserve für drei Monate Fixkostenrund 12.600 €Annahme: 1.200 € Miete, 2.500 € Personal, 500 € Sonstiges je Monat

Summe der Beispielrechnung: rund 45.000 bis 105.000 €. Ohne Alkohol entfällt die Gaststättenerlaubnis, ohne Terrasse die Sondernutzung. Gebrauchte Maschinen und Möbel drücken die Summe deutlich, sind aber hier nicht angesetzt.

Zwei Dinge, die Gründer oft vergessen: Auf Speisen im Café gelten 7 % Umsatzsteuer, auf Getränke 19 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG: Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen mit Ausnahme der Abgabe von Getränken). Ein Cappuccino wird also anders besteuert als das Stück Kuchen daneben, und deine Kasse muss das je Artikel trennen. Und: Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig. Die Gründerregel, nach der im Gründungsjahr und im Folgejahr immer monatlich anzumelden ist, ist für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 ausgesetzt; wer 2026 gründet, richtet sich nach der voraussichtlichen Steuer des laufenden Jahres: über 9.000 € monatlich, sonst vierteljährlich (§ 18 Abs. 2 UStG). Den Zeitraum legt das Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung fest. Wie du die Finanzierung aufstellst, steht unter Gastronomie finanzieren, die steuerlichen Weichen unter Steuern bei der Gründung.

Wie lange dauert es, ein Café zu eröffnen?

Übernimmst du ein eingerichtetes Café, kannst du in 1 bis 3 Wochen mit einem Soft Opening starten; mit Umbau oder Nutzungsänderung dauert es Monate (Richtwert: vier bis sechs bei leichtem Umbau). Die Behörden sind nicht der langsame Teil, das Bauamt und die Handwerker sind es.

Weg 1: Übernahme eines eingerichteten Lokals mit Soft Opening

Die Behördenschritte dauern Tage: Die Registrierung als Lebensmittelbetrieb ist eine Meldung ohne Bescheid, die Gewerbeanmeldung ist erst mit dem Betriebsbeginn fällig (§ 14 GewO). Drei Termine können den Start setzen, darum kümmerst du dich am ersten Tag darum: die Erstbelehrung beim Gesundheitsamt (die Bescheinigung darf beim Start höchstens drei Monate alt sein, § 43 IfSG), in Baden-Württemberg die IHK-Unterrichtung (höchstens sechs Stunden) und die Gaststättenanzeige: Sie ist dort in der Regel sechs Wochen vor Betriebsbeginn zu erstatten, bei einer Betriebsübernahme kann die Gemeinde aber von der Frist absehen (Factsheet des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg). Mit Alkohol auf der Karte setzt in den anderen Ländern die Erlaubnis oder Anzeige den Termin (Berlin: drei bis fünf Wochen Bearbeitung; Hessen: Anzeige sechs Wochen vorher), siehe Gaststättenerlaubnis. Bis dahin öffnest du in den Ländern mit Bundes-GastG ohne Alkohol, das ist erlaubnisfrei (§ 2 Abs. 2 GastG).

WannSchritt
Tag 1 bis 2Übernahme- oder Mietvertrag unterschreiben (die Finanzierung steht vorher, die Steuerkanzlei auch: Steuern bei der Gründung); Termine buchen: Belehrung beim Gesundheitsamt für dich und das Team, in Baden-Württemberg die IHK-Unterrichtung; Gewerbeamt nach der Anzeigefrist fragen; bestellen, was fehlt: Kasse mit TSE, Kaffee beim Röster (Abschnitt unten), Milch, Backwaren, Verpackung; Betriebsnummer beantragen (Arbeitgeber werden)
Woche 1Gewerbe anmelden, in Baden-Württemberg zugleich die Gaststättenanzeige mit Unterrichtungsnachweis; mit Alkohol: Erlaubnis beantragen oder anzeigen; Lebensmittelbetrieb registrieren; Maschine, Mühle und Kühlung reinigen und prüfen; kleine Startkarte mit Preisangaben und Allergenkennzeichnung; Arbeitsverträge mit dem Team
Woche 2Belehrungen erledigt; Probelauf mit Freunden; Öffnen- und Schließroutinen festlegen (Routinen); GEMA anmelden, falls Musik läuft; Sofortmeldung für jeden Mitarbeiter spätestens bei Arbeitsaufnahme; Soft Opening
Woche 3 und danachBerufsgenossenschaft binnen einer Woche nach Beginn; Kasse binnen eines Monats dem Finanzamt melden; Fragebogen zur steuerlichen Erfassung binnen eines Monats nach Eröffnung; Terrasse: Sondernutzung beantragen, Hamburg nennt dafür vier Wochen bis drei Monate Bearbeitung, die Tische draußen kommen also nach der Eröffnung; Karte und Öffnungszeiten erweitern

Soft Opening heißt: kleine Karte, kürzere Öffnungszeiten, keine Werbung. So kommt vom ersten Tag an Geld herein, und du festigst in den ersten Wochen die Abläufe: wer die Maschine morgens anfährt, wer abends die Kasse zählt, wie lange das Aufräumen dauert. Erst dann erweiterst du Karte und Zeiten. In Gastronario legst du die Öffnen- und Schließroutinen an und passt sie in diesen Wochen so oft an, wie der Betrieb es verlangt; die Stempeluhr am Tablet zeichnet die Arbeitszeit ab der ersten Schicht auf (Aufzeichnungspflicht nach dem Mindestlohngesetz).

Weg 2: Neubau, Umbau oder Nutzungsänderung

Waren die Räume vorher Laden oder Büro oder baust du um, rechne mit Monaten (Richtwert: vier bis sechs bei leichtem Umbau, mit Nutzungsänderung länger). Die Zeit geht nicht in Formulare, sondern in drei Posten: das Bauamt (Nutzungsänderung, Baugenehmigung nach Landesbauordnung, Dauer je Bauaufsicht), die Lieferzeit der Siebträgermaschine und Theke und die Handwerker für Wasser, Strom und Lüftung. Die Reihenfolge ist wichtiger als die Wochenzahl: Erst Bauamt, dann Mietvertrag. Wer die Räume anmietet und danach erfährt, dass der Gastbetrieb dort nicht genehmigungsfähig ist, zahlt Miete für nichts. Die Behördenschritte aus der Tabelle oben legst du in die letzten Wochen vor der Eröffnung, in derselben Reihenfolge; nur die Gaststättenerlaubnis oder -anzeige beantragst du so früh, wie die Frist deines Landes es verlangt.

Die vollständige Liste aller Schritte, die für jede Betriebsart gelten, findest du in der Gründer-Checkliste.

Welche Genehmigungen braucht ein Café?

Ein Café, das nur alkoholfreie Getränke und Speisen anbietet, braucht keine Gaststättenerlaubnis: § 2 Abs. 2 GastG stellt die Abgabe alkoholfreier Getränke und zubereiteter Speisen erlaubnisfrei. Sobald du Prosecco, Likör im Kaffee oder Bier ausschenkst, brauchst du die Erlaubnis nach § 2 Abs. 1 GastG oder, je nach Bundesland, eine Anzeige. In Baden-Württemberg gilt seit 2026 für jede Gaststätte, auch ohne Alkohol, die Anzeige über die Gewerbeanzeige mit dem Unterrichtungsnachweis der IHK.

Das Gaststättenrecht ist Landesrecht. Nach der Übersicht der DIHK haben Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, das Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen eigene Gaststättengesetze; Baden-Württemberg hat seit dem 1. Januar 2026 ebenfalls ein eigenes Landesgaststättengesetz (Factsheet des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg). Ob in deinem Land das Bundesgesetz, ein Landesgesetz oder eine Landesverordnung gilt, prüfst du auf der Seite deiner IHK, bevor du den Antrag stellst.

Dein AngebotWas du brauchstWo
Kaffee, Kuchen, alkoholfreie GetränkeGewerbeanmeldung (§ 14 GewO), keine GaststättenerlaubnisGewerbeamt der Gemeinde
Kaffee, Kuchen, alkoholfreie Getränke in Baden-WürttembergGaststättenanzeige über die Gewerbeanzeige, in der Regel sechs Wochen vor Betriebsbeginn (bei Betriebsübernahme kann die Gemeinde von der Frist absehen), mit IHK-Unterrichtungsnachweis (Kurs höchstens sechs Stunden) oder Abschlusszeugnis aus der Liste der VwV GaststättenunterrichtungGewerbeamt der Gemeinde, siehe Gaststättenerlaubnis
Dazu Alkohol in Ländern mit Bundes-GastGGaststättenerlaubnis für Betriebsart und Räume (§ 3 GastG), vorher Unterrichtung bei der IHK (§ 4 Abs. 1 Nr. 4 GastG)Ordnungsamt oder Gewerbeamt
Dazu Alkohol in Ländern mit LandesgesetzMeist Anzeige statt Erlaubnis; Details je LandGewerbeamt, siehe Gaststättenerlaubnis
Tische auf dem GehwegSondernutzungserlaubnis nach Landesstraßenrecht, zusätzlich zur GaststättenerlaubnisBezirks- oder Tiefbauamt, siehe Außengastronomie
Räume waren vorher Laden oder BüroBaurechtliche Nutzungsänderung nach LandesbauordnungBauamt, siehe Nutzungsänderung

Wann brauche ich die IHK-Gaststättenunterrichtung?

In den Ländern mit Bundes-GastG (Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Berlin bis 7. Januar 2027) ist die Unterrichtung Voraussetzung der Erlaubnis, also nur nötig, wenn du Alkohol ausschenkst (§ 4 Abs. 1 Nr. 4 GastG). In Baden-Württemberg brauchst du sie für jedes Café, auch ohne Alkohol: Ohne Unterrichtungsnachweis ist die Anzeige unvollständig, die Gaststättenbehörde kann den Betrieb untersagen, bis sie vollständig ist (§ 2 Abs. 4 LGastG), und die unvollständige Anzeige ist eine Ordnungswidrigkeit (§ 11 Abs. 1 LGastG). Befreit ist, wer eine berufliche oder wissenschaftliche Ausbildung hat, die die Grundzüge des Lebensmittelrechts vermittelt; die Berufe stehen in der VwV Gaststättenunterrichtung (Factsheet des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg). In den übrigen Ländern steht die Unterrichtung nicht in der Unterlagenliste; die Übersicht für alle Länder steht unter Gaststättenerlaubnis.

Für Gebäude, die nach dem 1. November 2002 genehmigt wurden, verlangt § 4 Abs. 1 Nr. 2a GastG barrierefreie Gasträume, sonst kann die Erlaubnis versagt werden; Ausnahmen gibt es nur bei unzumutbarem Aufwand. Die Schritte, die jeder Gastbetrieb gehen muss, stehen in den eigenen Themen: Gewerbeanmeldung, Belehrung nach Infektionsschutzgesetz, Lebensmittelbetrieb registrieren, Kasse mit TSE.

Welche Ausstattung braucht ein Café und was kostet sie?

Das Herz eines Cafés ist die Kaffeestation: Siebträgermaschine, Mühle, Wasseraufbereitung und Milchkühlung auf engstem Raum. Alles andere richtet sich nach dem Konzept. Wer Kuchen anbietet, braucht eine gekühlte Vitrine; wer Frühstück macht, eine kleine Küche mit eigenem Handwaschbecken.

BereichWas du brauchstSpanneQuelle oder Annahme
KaffeeSiebträger mit zwei Gruppen, Espressomühle, zweite Mühle für Filter oder entkoffeiniert, Wasserfilter, Tamper und Milchkännchen5.000 bis 12.000 €Annahme, neu, Gastroqualität
ThekeKuchenvitrine gekühlt, Unterbaukühlung für Milch, Eiswürfel bei Kaltgetränken2.500 bis 7.000 €Annahme
SpülenGewerbespülmaschine mit kurzem Programm, getrenntes Handwaschbecken2.000 bis 5.000 €Annahme
Gastraum24 Plätze, Garderobe, Kinderstühle, Beleuchtung3.600 bis 9.600 €Annahme: 150 bis 400 € je Platz
KasseKassensystem mit zertifizierter TSE, Bondrucker, Kartenterminal500 bis 2.000 €TSE-Pflicht nach § 146a AO, Preis Annahme
TerrasseWetterfeste Möbel, Schirme, Sondernutzungserlaubnis2.000 bis 6.000 €Annahme

Siebträger oder Vollautomat? Ein Vollautomat spart Schulung und liefert konstante Qualität ohne Barista; ein Siebträger braucht Übung, lässt sich aber auf jeden Kaffee und jede Milch einstellen und ist das, was Gäste in einem Café erwarten. Wer beides offenlässt, kann die Entscheidung mit der Rösterei treffen (Abschnitt unten).

Zur Mühle: Kaffee verliert nach dem Mahlen schnell Aroma, also wird je Bezug gemahlen. Eine zweite Mühle lohnt sich, sobald du entkoffeinierten oder Filterkaffee anbietest, weil das Umstellen einer Mühle zwischen zwei Bohnen jedes Mal Kaffee und Zeit kostet.

Was muss ich vor der ersten Aushilfe erledigen?

Bevor die erste Aushilfe hinter der Theke steht, brauchst du eine Betriebsnummer, musst die Sofortmeldung abgegeben haben und ab dem ersten Arbeitstag Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit aufzeichnen. Das Gaststättengewerbe gehört zu den Branchen, in denen der Zoll besonders prüft; die Pflichten gelten auch, wenn du nur einen einzigen Minijobber beschäftigst.

PflichtFristRechtsgrundlage
Betriebsnummer beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeitvor der ersten Meldungsiehe Arbeitgeber werden
Sofortmeldung an die Rentenversicherungspätestens bei Beschäftigungsaufnahme§ 28a Abs. 4 SGB IV, Gaststättengewerbe ausdrücklich genannt
Schriftlicher Hinweis, dass jeder Mitarbeiter seinen Ausweis bei der Arbeit mitführen mussvor Arbeitsaufnahme, Nachweis aufbewahren§ 2a SchwarzArbG
Bescheinigung des Gesundheitsamts über die Belehrung, nicht älter als drei Monatevor dem ersten Arbeitstag; Folgebelehrung durch dich alle zwei Jahre§ 43 IfSG
Arbeitszeit aufzeichnen: Beginn, Ende, Dauerspätestens am siebten Kalendertag nach dem Arbeitstag; zwei Jahre aufbewahren§ 17 MiLoG
Mindestlohn zahlenab der ersten Stunde13,90 € je Stunde (2026)
Minijob anmeldenbei der Minijob-ZentraleGrenze 603 € im Monat (§ 8 SGB IV)

Die Minijob-Grenze liegt 2026 bei 603 € im Monat. Bei 13,90 € Mindestlohn sind das rund 43 Stunden im Monat. Wer in einer Woche mit Terrasse ein paar Stunden mehr arbeitet, kippt schnell aus dem Minijob; ein unvorhersehbares Überschreiten ist nur in höchstens zwei Kalendermonaten je Zeitjahr und nur bis zur Höhe der Grenze erlaubt (§ 8 Abs. 1b SGB IV). Deshalb lohnt es sich, die Stunden je Minijobber laufend zu sehen und nicht erst bei der Abrechnung.

Was genau in die Personalakte gehört, steht in der Checkliste Minijobber einstellen; warum der Zoll in Cafés so oft klingelt, unter Schwarzarbeit in der Gastronomie; wie die Aufzeichnung rechtssicher aussieht, unter Mindestlohn-Dokumentation. Mit Gastronario stempeln Mitarbeiter per PIN am Tablet, die MiLoG-Aufzeichnung entsteht nebenbei, und die Minijob-Grenzwarnung meldet sich, bevor die Grenze reißt.

Was ist beim Café anders als bei Restaurant oder Imbiss?

Drei Dinge unterscheiden ein Café von anderen Gastbetrieben: Der Umsatz hängt an einer einzigen Maschine, ein großer Teil des Angebots ist Kuchen mit eigenen Kennzeichnungspflichten, und das Geschäft findet bei gutem Wetter draußen statt.

Siebträger, Mühle, Wasser

Fällt die Siebträgermaschine aus, steht das Café. Plane deshalb von Anfang an einen Wartungsvertrag und eine Reserve-Mühle ein und kläre mit dem Lieferanten, wie schnell ein Techniker kommt. Wasser ist der zweite stille Faktor: Kalk setzt Boiler und Ventile zu, ein Filter gehört zur Grundausstattung, und seine Kartusche hat ein Wechselintervall, das jemand im Blick haben muss. Solche wiederkehrenden Handgriffe (Filter prüfen, Mühle reinigen, Milchschäumer zerlegen) gehören in eine feste Routine fürs Öffnen und Schließen, damit sie nicht an der Person hängen, die gerade frei hat.

Kuchen selbst backen oder zukaufen?

Selbst gebacken bringt die bessere Marge und das Alleinstellungsmerkmal, zugekauft spart Arbeitszeit und Küche. Rechtlich gilt für beides dasselbe: Für unverpackte Lebensmittel musst du die Allergene nach § 4 LMIDV angeben, wahlweise auf einem Schild am Kuchen, in der Karte, per Aushang, elektronisch oder mündlich durch das Personal, wenn eine schriftliche Dokumentation vorliegt. Enthält ein zugekaufter Kuchen Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder Süßungsmittel, verlangt § 5 LMZDV die Kenntlichmachung („mit Farbstoff“, „mit Konservierungsstoff“), etwa per Aushang; beim Zukauf lässt du dir die Spezifikation des Lieferanten geben, beim Selbstbacken führst du eine Rezeptliste mit Allergenen.

„Hausgemacht“ darf nur draufstehen, wenn es stimmt: § 11 LFGB verbietet irreführende Angaben zu Lebensmitteln. Wer Sahnetorten oder andere leicht verderbliche Lebensmittel herstellt, braucht Personal mit Hygieneschulung nach § 4 LMHV. Steuerlich ist Kuchen eine Speise und wird mit 7 % besteuert, der Kaffee dazu als Getränk mit 19 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Mehr dazu unter Allergenkennzeichnung in der Gastronomie.

Außengastronomie

Tische auf dem Gehweg sind eine Sondernutzung öffentlicher Flächen und brauchen eine eigene Erlaubnis, die die Gaststättenerlaubnis nicht ersetzt. Die Regeln kommen aus dem Straßenrecht des Landes und der Satzung der Gemeinde, deshalb unterscheiden sie sich von Stadt zu Stadt:

StadtGebührenGehweg frei haltenBesonderheit
Köln400 € ohne, 500 € mit Ortstermin, plus Nutzungsgebühr nach Tarif1,5 m laut Produktseite, nach der FAQ der Stadt regelmäßig 2 mGrundriss mit Flächenmaßen einreichen
HamburgVerwaltungsgebühr nach Aufwand plus Benutzungsgebühr nach Fläche, Dauer und Straßenlage1,50 mAntrag 4 bis 6 Wochen vor Beginn, Bearbeitung 4 Wochen bis 3 Monate, meist saisonal März bis Oktober

Sperrzeiten und Lärmschutz regeln ebenfalls die Länder und Gemeinden; was für deinen Standort gilt, steht unter Außengastronomie genehmigen. Für die Personalplanung heißt Terrasse: Bei Sonne brauchst du zwei Leute mehr, bei Regen einen weniger, und beides weißt du erst drei Tage vorher. Gastronario zeigt die Wettervorhersage direkt im Dienstplan.

Wie wähle ich Kaffee und Röster für mein Café?

Wähle den Röster nach fünf Kriterien: Röstprofil, Preis je Kilogramm, Lieferrhythmus, Schulung für dein Team und die Frage, ob du die Maschine kaufst, least oder als Leihmaschine mit Bezugsbindung nimmst. Der Preis allein sagt wenig, weil ein guter Röster Schulung und Technik mitbringt, die du sonst einzeln bezahlst.

KriteriumWorauf du achtest
RöstprofilPasst die Röstung zu deinem Angebot? Helle Röstungen für Filter und Milchgetränke mit Fruchtnoten, dunklere für klassischen Espresso. Probiere auf deiner Maschine, nicht in der Rösterei.
Preis je KilogrammLass dir den Preis inklusive Kaffeesteuer nennen: Sie beträgt 2,19 € je Kilogramm Röstkaffee (§ 2 KaffeeStG) und steckt in jedem Angebot, ob ausgewiesen oder nicht. Rechne auf die Tasse um: Bei 18 g für einen doppelten Espresso ergibt ein Kilo rund 55 Bezüge (Annahme).
LieferrhythmusFrisch geröstet heißt wenige Tage bis wenige Wochen nach der Röstung. Kläre Mindestbestellmenge, Lieferfrequenz und was passiert, wenn du im August doppelt so viel brauchst wie im Januar.
Schulung des TeamsBietet der Röster Barista-Schulung, Einstellung der Mühle vor Ort und Nachschulung bei Personalwechsel? In einem Café mit Aushilfen wechselt das Team öfter als die Bohne.
Maschine kaufen, leasen oder leihenKauf: höchste Anfangsinvestition, volle Freiheit beim Kaffee. Leasing: planbare Rate, Maschine gehört am Ende dir oder dem Leasinggeber. Leihmaschine mit Bezugsbindung: kaum Anfangsinvestition, dafür Mindestabnahme und feste Laufzeit; lies, wem die Maschine gehört, wer Wartung und Reparatur zahlt und was ein Ausstieg kostet.

Der Markt spricht für Qualität: Nach dem Deutschen Kaffeeverband wurden 2025 außer Haus 125.500 Tonnen Kaffee getrunken, so viel wie nie zuvor, und das Segment ganze Bohne erreichte mit 193.800 Tonnen einen Rekord. Gäste kennen frisch gemahlenen Kaffee von zu Hause und erwarten im Café mindestens das.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Café eine Gaststättenerlaubnis?
Nicht, solange du nur alkoholfreie Getränke und Speisen anbietest; das stellt § 2 Abs. 2 GastG erlaubnisfrei. Die Gewerbeanmeldung, die Belehrung nach § 43 IfSG und die Registrierung als Lebensmittelbetrieb brauchst du trotzdem. Sobald du Alkohol ausschenkst, auch nur Prosecco oder Likör im Kaffee, brauchst du je nach Bundesland eine Gaststättenerlaubnis oder eine Anzeige beim Gewerbeamt.
Wie viel kostet es, ein kleines Café zu eröffnen?
In unserer Beispielrechnung für 40 m² mit 24 Plätzen liegt das Startkapital zwischen rund 45.000 und 105.000 €, abhängig vor allem vom Umbau. Die Posten sind Kaution, Umbau, Siebträgermaschine mit Mühlen, Kuchenvitrine, Spülmaschine, Möbel, Kasse mit TSE, erstes Warenlager und eine Reserve für drei Monate Fixkosten. Die Spannen sind Annahmen, keine Marktpreise; hole dir für deine Räume konkrete Angebote.
Wie lange dauert es, bis ein Café eröffnet ist?
Vom Mietvertrag bis zur Eröffnung sind vier bis sechs Monate ein realistischer Richtwert, wenn die Räume einen leichten Umbau brauchen. Die langsamsten Schritte sind die Nutzungsänderung beim Bauamt und die Sondernutzungserlaubnis für eine Terrasse; Hamburg nennt dafür vier Wochen bis drei Monate Bearbeitungszeit. Kläre das Baurecht, bevor du den Mietvertrag unterschreibst.
Welche Umsatzsteuer gilt im Café für Kaffee und Kuchen?
Auf Speisen in der Gastronomie gilt der ermäßigte Satz von 7 %, Getränke sind davon ausgenommen und bleiben bei 19 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Das Stück Kuchen wird also mit 7 % besteuert, der Cappuccino daneben mit 19 %. Dein Kassensystem muss die Steuersätze deshalb je Artikel trennen.
Darf ich zugekauften Kuchen als hausgemacht verkaufen?
Nein. § 11 LFGB verbietet irreführende Angaben zu Lebensmitteln, und „hausgemacht“ für Ware vom Großhändler ist irreführend. Unabhängig davon musst du für jeden unverpackten Kuchen die Allergene angeben (§ 4 LMIDV) und Zusatzstoffe wie Farbstoffe oder Konservierungsstoffe kenntlich machen (§ 5 LMZDV). Beim Zukauf lässt du dir dafür die Spezifikation des Lieferanten geben.
Brauche ich eine Genehmigung für Tische auf dem Gehweg?
Ja. Tische und Stühle auf öffentlichem Grund sind eine Sondernutzung und brauchen eine eigene Erlaubnis der Gemeinde; die Gaststättenerlaubnis ersetzt sie nicht. Gebühren, freizuhaltende Gehwegbreite und Saison legt jede Stadt selbst fest. Köln verlangt zum Beispiel 400 bis 500 € Verwaltungsgebühr plus Nutzungsgebühr, Hamburg will den Antrag vier bis sechs Wochen vor Beginn.
Was muss ich tun, bevor die erste Aushilfe im Café anfängt?
Betriebsnummer beantragen, den Mitarbeiter spätestens bei Arbeitsaufnahme per Sofortmeldung an die Rentenversicherung melden (§ 28a Abs. 4 SGB IV, das Gaststättengewerbe ist ausdrücklich genannt), ihn schriftlich auf die Ausweispflicht hinweisen (§ 2a SchwarzArbG) und eine Belehrungsbescheinigung des Gesundheitsamts einholen, die nicht älter als drei Monate ist (§ 43 IfSG). Ab dem ersten Arbeitstag zeichnest du Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit auf (§ 17 MiLoG).
Muss ich Arbeitszeiten im Café aufzeichnen, auch bei nur einem Minijobber?
Ja. § 17 MiLoG verpflichtet Arbeitgeber im Gaststättengewerbe, für jeden Mitarbeiter Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens am siebten Kalendertag danach aufzuzeichnen und zwei Jahre aufzubewahren. Für Minijobber gilt das zusätzlich, weil die Stunden über die Grenze von 603 € im Monat entscheiden. Eine digitale Stempeluhr erledigt beides nebenbei.

Quellen

Stand: Oktober 2026 · Verantwortlich: Rico Klatte

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